Österreich spart 17 Millionen bei Entwicklungshilfe ein

15. Oktober 2014, 16:20
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Austrian Development Agency feiert Jubiläum - 3.000 Projekte mit einem Volumen von 900 Millionen Euro umgesetzt - Hoffnung, dass Budgetkürzungen abgefangen werden können

Wien - Die Austrian Development Agency (ADA) muss 2015 mit knapp 17 Millionen Euro weniger auskommen. ADA-Geschäftsführer Martin Leodolter und der Leiter der Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium, Peter Launsky-Tieffenthal, bedauerten dies bei einer Pressekonferenz anlässlich des zehnjährigen Bestehens der ADA am Dienstag in Wien, hofften aber gleichzeitig, dies noch abfangen zu können.

Keine konkreten Projekte betroffen

Natürlich würden die Kürzungen sehr wehtun, "weil wir wissen, was wir mit dem Geld machen könnten", meinte Leodolter. Konkrete Projekte seien von den Budgetkürzungen nicht betroffen, aber neue müssten wahrscheinlich nach hinten verschoben werden. Dennoch sei er zuversichtlich, weil er wisse, dass "es ein ehrliches Bemühen der Regierung gibt" dies zu ändern. So konnten die bereits für 2014 geplanten Budgetkürzungen abgefangen werden und er hoffe, "dass das auch noch für 2015 gelingt."

Seit der Gründung der ADA sei es gelungen "durch Unterstützung der österreichischen Steuerzahler Millionen Menschen zu helfen und deren Lebensstandard zu verbessern", betonte Launsky-Tieffenthal. Die Zusammenarbeit zwischen dem Außenministerium, das für die strategische Planung zuständig sei, und der ADA, die dann für die Umsetzung sorge, sei "ausgezeichnet". Derzeit arbeite man am Dreijahresplan für 2016-2018.

Insgesamt 3.000 Projekte

Bisher seien 3.000 Projekte mit einem Volumen von rund 900 Millionen Euro umgesetzt worden, unterstrich Leodolter. Mit derzeit 149 Mitarbeitern, wovon nicht alle vollzeit beschäftigt seien, werden zurzeit über 500 Projekte und Programme umgesetzt. Für 2014 gebe es ein operatives Budget von etwa 104 Millionen Euro mit dem Projekte in den elf Schwerpunktländern der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit - Bhutan, Albanien, Kosovo, Moldau, Georgien, Armenien, Burkina Faso, Mosambik, Äthiopien, Uganda und den Palästinensischen Gebieten - unterstützt werden.

Die thematischen Schwerpunkte der ADA seien zum einen Wasser, Energie, Klimaschutz, Land- und Forstwirtschaft. "Wir stellen seit knapp 18 Jahren Wasserinfrastruktur für Menschen in Uganda zur Verfügung" und konnten so 1,4 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen, so Leodolter. Ein weiterer Schwerpunkt sei Bildung. So seien in den vergangenen zehn Jahren 123 Millionen Euro vor allem in Hochschulbildung investiert worden. Allerdings investierte man jetzt in Hochschulinstitutionen, statt in Stipendien, da man dadurch "statt 300, 10.000 Studenten erreichen" könne.

70 Millionen Euro für humanitäre Hilfe ausgegeben

Rund 70 Millionen Euro seien seit 2004 für humanitäre Hilfe ausgegeben worden, etwa für das Jahrhunderthochwasser in Serbien und Bosnien-Herzegowina. Acht Millionen Euro seien bisher für Syrien-Flüchtlinge in Nachbarländern des Bürgerkriegslandes aufgewendet worden, berichtete Leodolter. Für die Ebola-Epidemie in Westafrika sei jedoch noch kein Geld zur Verfügung gestellt worden, da "aufgrund der vielen Tragödien 2014 das Budget von fünf Millionen Euro leider bereits vergeben sei", so Leodolter. Launsky-Tieffenthal betonte jedoch, dass sich das Außenministerium dafür einsetze, zusätzliche Mittel für den Auslandskatastrophenfonds freizumachen.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) unterstrich in einer Aussendung, dass "eines der Argumente der Gründung der ADA war, die Wirtschaft als Partner zu gewinnen". Dies gelinge zusehends. So seien in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 133 Unternehmen mit 26 Millionen Euro gefördert worden. "Seit 2012 kam dies 380.000 Menschen zugute", so Kurz. Die ADA habe sich bewährt, so Kurz, und die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit sei durch die Gründung der ADA in der Projektabwicklung flexibler geworden. (red/APA. 15.10.2014)

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