Opferzahl in Nepal gestiegen - Gerettete Österreicher wohlauf

18. Oktober 2014, 16:13
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Mindestens 43 Menschen verstorben - Unter den rund 200 Geretteten sind ein Mann und zwei Frauen aus Österreich

Kathmandu - Nach einem überraschenden Schneesturm im Himalaya wurden am Freitag noch Dutzende Wanderer und Bergsteiger vermisst. Die Zahl der Menschen, die nur noch tot geborgen werden konnten oder die für tot erklärt wurden, stieg am Samstag auf 43. Die meisten Verstorbenen stammen aus Nepal (12), weitere aus Kanada, Polen, Israel, Slowenien, Indien und Vietnam. Unter den Opfern sind auch drei Yak-Hirten.

Rund 200 Wanderer hat die Armee nach eigenen Angaben in Sicherheit gebracht. Mindestens 19 Personen seien verletzt und ins nahe gelegene Jomsom-Krankenhaus gebracht worden, sagte der Sprecher des Distrikts Mustang, Baburam Bhandari. Unter den Wanderern, die nach heftigen Schneefällen in der Annapurna-Region im Himalaya gerettet wurden, befinden sich drei Österreicher. Mit ihnen hat das Außenministeriums in Wien am Samstag Kontakt aufgenommen. Sie blieben unverletzt.

Die drei Österreicher, ein 27-Jähriger, eine 28-Jährige und eine 30-jährige Frau befanden sich am Samstag im Pilgerort Muktinath auf etwa 3.800 Meter Höhe, so ein Sprecher. Aufgrund der weiterhin heftigen Schneefälle ist ein Transport ins tiefer gelegene Jomsom erst für den Sonntag, geplant. Die weitere Vorgehensweise wird gemeinsam mit den Beteiligten dann abgesprochen. Alle drei sind unverletzt und den Umständen entsprechend in gutem Zustand, ihre Angehörigen wurden verständigt. Hinweise auf weitere Vermisste Österreicher gab es nicht.

storyful, facebook/trekking agencies’ association of nepal
Foto von der Rettung.
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Beliebte Trekkingtour

Die Ausläufer des Zyklons "Hudhud" hatten am Dienstag für einen vorzeitigen Wintereinbruch in Nepal gesorgt. Eine der am schlimmsten betroffenen Regionen war das Gebiet um den Achttausender Annapurna, wo eine beliebte Trekkingtour jeden Herbst Wanderer aus aller Welt anzieht. Ein Mitarbeiter des Annapurna-Naturschutzprojekts ACAP erklärte der nepalesischen Zeitung "Kantipur", in der Hochsaison im Oktober und November würden täglich Eintrittskarten für 280 bis 300 Menschen für die Region ausgestellt.

Als das Wetter umschlug, waren nach offiziellen Angaben gerade 168 Wanderer auf dem Weg zum Thorang-Pass auf 5.416 Meter Höhe, dem höchsten Punkt der Route. "Zu einigen konnten wir keinen Kontakt herstellen, weil die Telefonverbindungen durch den heftigen Regen und Schnee in der Region unterbrochen waren", sagte der Behördensprecher Devendra Lamichhanne. Er habe aber erfahren, dass sich die meisten auf dem Rückweg befänden.

Weitere Vermisste

Es sei noch nicht klar, wie viele Menschen noch vermisst würden, sagte Lamichhanne, Behördensprecher im Distrikt Manang. Er gehe von Dutzenden aus, nach Schätzungen von Freitag sollen es um die 40 sein. Die Fluglinie Manang Air, die bei den Rettungsarbeiten hilft, erklärte, ihre Piloten hätten noch mehrere Leichen im Schnee gesehen. Einsatzkräfte seien auf dem Weg, um den Wanderern zu helfen. Örtliche Medien zeigten Bilder von Soldaten, die mit Hubschraubern Verletzte ausflogen.

Die toten Wanderer, die zwischen den Dörfern Kangla und Fu gefunden wurden, seien unter einer dicken Schneedecke gelegen, sagte Lamichhane der nepalesischen Zeitung "República". "Es ist unklar, ob sie wegen des Schneefalls starben oder von einer Lawine fortgerissen wurden."

2014 ist eines der schlimmsten Jahre in der Geschichte des Bergsteigens und Wanderns in Nepal. Im April waren bei einem Eisfall am Mount Everest 16 Nepalesen gestorben - danach reisten Hunderte Bergsteiger, die auf den höchsten Berg der Welt wollten, vorzeitig ab.

Nepal ist ein verarmtes Entwicklungsland, gebeutelt von maoistischen Aufständen und einer lähmenden Politik. Es ist auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen. Eigentlich wollte Nepal bis 2020 die Marke von zwei Millionen Touristen erreichen. Doch das Land sei auf unerwartete Ereignisse wie den Wetterumschwung nicht ausreichend vorbereitet, sagte Sharad Pradhan, Sprecher der Tourismusbehörde. (APA, 18.10.2014)

  • Eine der am schlimmsten betroffenen Regionen war das Gebiet um den Achttausender Annapurna, das Wanderer aus aller Welt anzieht.
    foto: epa/himalayan heart

    Eine der am schlimmsten betroffenen Regionen war das Gebiet um den Achttausender Annapurna, das Wanderer aus aller Welt anzieht.

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