Turnusärzte weiter unzufrieden mit Ausbildung

15. Oktober 2014, 12:22
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Durchschnittsnote stieg gegenüber 2012 von 2,79 auf 2,72

Wien - Österreichs Turnusärzte sind mit ihrer Ausbildung lediglich einen Hauch zufriedener als vor zwei Jahren. In einer Evaluierungsstudie auf Initiative der Ärztekammer vergaben sie im Durchschnitt die Note 2,72 gegenüber 2,79 im Jahr 2012. Karlheinz Kornhäusl, Obmann-Stellvertreter in der Bundeskurie Angestellte Ärzte, wertete dies am Mittwoch dennoch als "unbefriedigend".

Drei Jahre lang - so lange wie die Ausbildung zum Allgemeinmediziner dauert - konnten die Jungmediziner ihre Ausbildung online bewerten. Mehr als 9.000 wurden seit August 2011 abgegeben, bei den ersteingeladenen Turnusärzten lag die Beteiligung bei 46,2 Prozent. Die Erhebungsperiode ist nun abgeschlossen, die Untersuchung wird aber weitergeführt, hieß es in einer Pressekonferenz.

Schlechte Noten für Chirurgie, Nuklearmedizin und Gynäkologie

Signifikante Verbesserungen in der Bewertung gab es seit der Zwischenbilanz 2012 im Burgenland, Tirol, Oberösterreich und Wien. Aufgeschlüsselt nach Fachabteilungen schnitten Chirurgie, Nuklearmedizin und Gynäkologie am schlechtesten ab. Am besten bewertet wurden jene für Anästhesie, Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendheilkunde.

Die Lehrpraxen wurden mit Noten zwischen 1,23 und 1,76 deutlich besser als die besten Spitalsabteilungen beurteilt, berichtete Kornhäusl. "Besser geht es nicht", meinte er.

Um die Ausbildung zu verbessern und die Abwanderung ins Ausland zu reduzieren, müssen die Mediziner nach Ansicht Kornhäusels von nicht-ärztlichen Tätigkeiten und überbordender Bürokratie entlastet werden und möglichst viel Patientenkontakt bekommen. Zu den wichtigsten Faktoren einer guten Bewertung der Abteilung und des Lernerfolgs zählten auch die Umsetzung eines guten Ausbildungskonzepts, Unterstützung durch die Stammmannschaft oder das Durchführen selbstständiger Untersuchungen.

Ausbildung neu im Ausschuss

Das neue Ärzteausbildunggesetz, mit einer neunmonatigen Basisausbildung und daran anschließender Facharztausbildung, beziehungsweise Ausbildung zum praktischen Arzt, wurde am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Nationalrates behandelt. Das Gesetz soll Anfang 2015 in Kraft treten. (APA, 15.10.2014)

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