Illegal gehobener "Barbarenschatz" soll in Speyer bleiben

15. Oktober 2014, 12:19
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Gold- und Silberobjekte stammen aus dem 5. Jahrhundert

Speyer - Der in der Südpfalz illegal ausgegrabene sogenannte "Barbarenschatz von Rülzheim" geht nach seiner Restaurierung und wissenschaftlichen Aufarbeitung als Dauerleihgabe an das Historische Museum der Pfalz in Speyer. Das sagte der Chef der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Thomas Metz, bei der Eröffnung einer Ausstellung zum Schatz in Speyer. Schon vor der Restaurierung wird das Museum den Schatz für einige Monate der Öffentlichkeit zugänglich machen - die Sonderausstellung "Seiner Geschichte beraubt" wird bis 4. Jänner 2015 laufen.

Der Fund umfasst eine Reihe von Objekten aus Silber und Gold, darunter eine Silberschale, verschiedene Gewandapplikationen, Statuetten sowie Reste eines versilberten und vergoldeten Klappstuhls. Der Schatz wird auf etwa die Mitte des 5. Jahrhunderts datiert und einem ostgermanischen oder hunnischen Würdenträger zugeschrieben. Manche Hunnen hätten für die Römer gearbeitet, manche seien vor ihren Herrschern ins Römische Reich geflüchtet, sagte der Archäologe Ulrich Himmelmann. "Theoretisch könnte den Rülzheimer Schatz einer dieser Flüchtlinge mitgebracht haben."

Genauere Aussagen könnten getroffen werden, wenn der Schatz im Rahmen einer legalen Grabung gehoben worden wäre. Stattdessen grub ihn 2013 ein Hobbyarchäologe aus und nahm ihn mit nach Hause - für die Forschung wichtige Spuren im Boden wurden dabei zerstört. Gegen den Raubgräber wurde inzwischen Anklage wegen Unterschlagung erhoben. Nach Metz' Angaben behält die Generaldirektion die Verfügungsgewalt über den Fund. (APA/red, derStandard.at, 15. 10. 2014)

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