Erfolg mit embryonalen Stammzellen bei Netzhaut-Krankheiten

15. Oktober 2014, 11:25
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Laut Studie bessere Sehfähigkeit bei vielen Patienten und keine Nebenwirkung

In dem bisher längsten Versuch mit embryonalen Stammzellen in den USA ist es bei mehr als der Hälfte der Patienten gelungen, deren Sehfähigkeit wieder herzustellen. Der Test an 18 Freiwilligen habe auch gezeigt, dass die Behandlung mit den embryonalen Stammzellen keine Nebenwirkungen hatte, wie es in der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung im britischen Fachmagazin "The Lancet" heißt.

Bei der Studie wurden 18 Patienten, die unter Netzhaut-Krankheiten wie Morbus Stargardt litten, verschiedene Dosen von Netzhaut-Zellen aus embryonalen Stammzellen ins Auge injiziert. Zehn Patienten zeigten demnach danach deutliche Verbesserungen ihrer Sehfähigkeit. Bei sieben Kranken blieb die Sicht gleich oder verbesserte sich leicht, nur bei einem wurde die Sehfähigkeit schlechter. Für die Krankheiten, die bis zur Erblindung führen können, gibt es bisher keine traditionelle Therapie.

Embryonale Stammzellen als Alleskönner

Die Patienten wurden bis zu 37 Monate lang überwacht, im Durchschnitt 22 Monate, was den Test zu der längsten bisherigen Untersuchung mit embryonalen Stammzellen an Menschen macht. Die Studie wurde von Robert Lanza geleitet, dem Chef-Wissenschaftler der US-Biotechnik-Firma Advanced Cell Technology. In einem nächsten Schritt könnte nun geprüft werden, ob eine höhere Dosis an Netzhaut-Stammzellen die Wirkung verstärkt.

Die Stammzellforschung setzt zur Therapie schwerer Krankheiten auf embryonale Stammzellen, die Alleskönner sind, weil sie sich praktisch in jede menschliche Zelle verwandeln können. So kann Ersatzgewebe für kranke Körperpartien gezüchtet werden. Dieses Verfahren ist jedoch ethisch höchst umstritten, denn die Stammzellen werden vor allem aus Embryonen gewonnen, die bei künstlichen Befruchtungen übrig bleiben. Kritiker argumentieren, dass menschliches Leben bereits mit der Befruchtung der Eizelle beginnt.

Warnung vor Krebsrisiko

Kritiker warnen zudem vor einem Krebsrisiko, denn auch nach Erfolg versprechenden Tests etwa an Mäusen war bisher nicht sicher, ob sich die Zellen wie gewünscht entwickelten. Außerdem können die embryonalen Stammzellen in einer Immunreaktion abgestoßen werden. Das Auge gilt als vielversprechender Ort für einen Einsatz solcher Zellen, denn dort ist die Immunreaktion geringer. (APA, 15.10.2014)

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