Atomgespräche in Wien: Kerry warnt vor Scheitern

15. Oktober 2014, 17:11
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Iran und Russland drängen auf Verlängerung der Frist, für die USA ist das "kein Thema"

Wien - In den Gesprächen zur Lösung des Atomstreits mit dem Iran in Wien bahnt sich ein Zwist über eine Fristverlängerung an. Während die USA auf einen Abschluss bis zum 24. November drängen, brachten Russland und der Iran eine Verlängerung ins Gespräch. US-Außenminister John Kerry warnte daraufhin vor einem Scheitern.

Es könne gut sein, dass kein Abkommen zur Lösung des Atomstreits zustande komme, sagte Kerry am Mittwoch kurz vor einem Treffen mit seinem iranischen Kollegen Mohammad Javad Zarif und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Wien.

Stundenlange Verhandlungen

Die Gespräche von US-Außenminister John Kerry und seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif und der EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton ziehen sich in die Länge. Die Unterredung der drei Verhandler habe kurz vor 13:00 Uhr begonnen und auch nach dreieinhalb Stunden sei kein Ende abzusehen, sagte Ashton-Sprecher Michael Mann am Mittwoch vor Journalisten. Die Atmosphäre sei "sachlich".

Kurz: Lösung nicht absehbar

Außenminister Sebastian Kurz geht offenbar nicht von einem Durchbruch in derzeitigen Gesprächen aus. "Es ist nicht absehbar, ob man zu einer Lösung in den Verhandlungen mittelfristig kommen wird", sagte Kurz. Zugleich betonte er, dass die drei Chefverhandler "sehr willens" seien, eine Lösung zu erreichen. Kurz bezog sich auf getrennte Gespräche mit Ashton, Zarif und Kerry. Die Verhandlungen würden "wahrscheinlich den ganzen Tag andauern", sagte der Außenminister.

USA: Verlängerung "kein Thema"

In der Runde werde "eine Verlängerung oder Ähnliches" kein Thema sein, betonte Kerry. "Wir reden darüber, dass wir das bis zum 24. (November) hinbekommen." Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte dagegen zuvor gesagt, er sei sich sicher, dass ein Kompromiss möglich sei. "Ich kann aber nicht garantieren, dass er bis zum 24. November erreicht wird. Dieses Datum ist nicht heilig." Ähnlich äußerte sich Zarif. Womöglich sei mehr Zeit nötig, zitierte ihn die iranische Nachrichtenagentur ISNA.

Der Iran und die Sechsergruppe aus Deutschland und den fünf UN-Vetomächten USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland haben sich bis zum 24. November Zeit gegeben, ein umfangreiches Abkommen zur Lösung ihres seit Jahren anhaltenden Streit über das iranische Atomprogramm zu beschließen. Eine erste Frist war am 20. Juli verstrichen. (red, APA, 15.10.2014)

  • US-Außenminister John Kerry bei seiner Ankunft in Schwechat.
    foto: apa/hans punz

    US-Außenminister John Kerry bei seiner Ankunft in Schwechat.

  • Außenminister Kurz und US-Botschafterin Alexa Wesner nahmen Kerry in Empfang.
    foto: foto: apa/hans punz

    Außenminister Kurz und US-Botschafterin Alexa Wesner nahmen Kerry in Empfang.

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