Ebola: 76 Mitarbeiter einer US-Klinik gefährdet

15. Oktober 2014, 07:22
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Mitarbeiter könnten bei Behandlung mit Virus in Kontakt gekommen sein

Die US-Gesundheitsbehörden haben 76 Krankenhausmitarbeiter unter Beobachtung gestellt, die bei der Behandlung des verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten. Die Risikogruppe werde auf Fieber und andere Symptome der Krankheit überwacht, sagte Thomas Frieden, Direktor der US-Seuchenkontrollbehörde (CDC), am Dienstag.

Die potenziellen Virusträger sind laut Frieden an der Behandlung von Duncan in dem Krankenhaus Texas Health Presbyterian in Dallas beteiligt gewesen.

Zu der Risikogruppe zählen den Angaben zufolge nicht nur Ärzte und Pflegekräfte, sondern alle, die Duncans Zimmer betreten oder mit den Blutproben des Patienten hantiert hätten. Am Wochenende war eine Krankenschwester der Klinik positiv auf das Ebola-Virus getestet worden. Wie sie sich trotz Schutzkleidung und strenger Sicherheitsvorkehrungen infizierte, war am Dienstag weiter unklar. Es handelt sich um die erste Übertragung des hochgefährlichen Erregers in den USA.

Duncan war vergangene Woche an Ebola gestorben. Der aus Liberia stammende Mann hatte sich in seiner Heimat infiziert. Die Krankheit wurde bei ihm aber erst festgestellt, nachdem er Ende September zu einem Familienbesuch nach Texas gereist war. Die US-Gesundheitsbehörden beobachten auch 48 Menschen, die mit Duncan vor der Einlieferung ins Krankenhaus Kontakt gehabt haben könnten.

CDC-Chef Frieden sagte, dass bei dieser Gruppe die Gefahr eines Ebola-Ausbruchs nach zwei Wochen ohne Symptome deutlich gesunken sei. "Sie haben die Periode des höchsten Risikos hinter sich", sagte er. Es wäre "ungewöhnlich", wenn die Krankheit bei ihnen noch ausbrechen würde. Nach einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus können bis zu 21 Tage vergehen, bis erste Zeichen wie Fieber und Übelkeit auftreten. In den meisten Fällen werden Symptome aber nach acht bis zehn Tagen auffällig. Ebola wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.

Der infizierten Krankenschwester in Texas geht es nach eigenen Angaben den Umständen entsprechend gut. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind durch die Ebola-Epidemie bereits mehr als 4.400 Menschen ums Leben gekommen. Besonders betroffen sind die westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone. (APA, 15.10.2014)

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