USA und Saudi-Arabien flogen bisher heftigste Angriffe auf IS

15. Oktober 2014, 21:50
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Obama verspricht Kobanê weitere Luftunterstützung - Auch Anbar im Irak Zielgebiet alliierter Angriffe

Washington/Paris - Kampfflugzeuge der USA und Saudi-Arabiens flogen am Montag und Dienstag insgesamt 21 Luftangriffe nahe der nordsyrischen Grenzstadt Kobanê. Mit der Angriffswelle sei der Vormarsch der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) offenbar verlangsamt worden, teilte das für den Nahen Osten zuständige Militärkommando Centcom mit. Die Lage sei aber "im Fluss".

Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte konnten kurdische Kämpfer am Donnerstag zwei Stellungen im Norden Kobanês zurückerobern.

Obama verspricht weitere Luftunterstützung

US-Präsident Barack Obama hat den Kurden indes weitere Luftunterstützung beim Kampf gegen die IS in Kobanê zugesagt. Die USA seien zutiefst besorgt angesichts der Lage in der nordsyrischen Grenzstadt, sagte Obama am Dienstag nach einem Treffen mit ranghohen Militärvertretern der internationalen Allianz gegen die Jihadisten.

Der US-Präsident nannte auch die westirakische Provinz Anbar als Schwerpunkt für den Militäreinsatz. "Die Luftangriffe der Koalition werden in diesen beiden Gegenden weitergehen", sagte er. Die USA und ihre Verbündeten hätten bereits wichtige Erfolge beim Kampf gegen die IS verzeichnen können, darunter die Rückeroberung des Mossul-Staudamms.

Die versammelten Militärvertreter seien einig gewesen, "dass das ein langer Kampf sein wird", sagte der Präsident. "Es wird Zeiten von Fortschritten und Rückschlägen geben." Das internationale Bündnis sei aber vereint in dem Ziel, die IS-Miliz zu zerstören. Insgesamt würden 60 Länder aus aller Welt die Bemühungen unterstützen.

Gespräche internationaler Militärs

Spitzenmilitärs aus 22 Ländern waren der Einladung von US-Generalstabschef Martin Dempsey gefolgt, um das weitere Vorgehen gegen die Jihadisten zu diskutieren. Viele Staaten hatten ihre Generalstabschefs zu dem ersten derartigen Treffen seit Bildung der internationalen Allianz im September geschickt.

Obama hatte seine Strategie gegen die Jihadisten vor gut einem Monat in einer Rede an die Nation dargelegt. Gemeinsam mit internationalen Partnern greifen die USA IS-Stellungen aus der Luft an. Auf dem Boden setzt Obama dagegen auf irakische Regierungstruppen, kurdische Kämpfer und moderate syrische Rebellen. Einen Kampfeinsatz von US-Soldaten schloss er aus.

Die US-Luftangriffe begannen Anfang August im Irak, am 23. September dehnte das US-Militär die Attacken auf Syrien aus. Dennoch konnten die Jihadisten ihren Vormarsch fortsetzen. Das US-Verteidigungsministerium räumte am Dienstag ein, dass sich IS-Einheiten in Anbar ungehindert bewegen könnten. Allerdings sei die Provinz noch nicht vollständig an die Jihadisten gefallen, sagte Sprecher Steven Warren. Eine zentrale Bedeutung kommt dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad zu. "Die Iraker halten Al-Asad derzeit", sagte Warren. Die US-Luftwaffe werde die irakischen Truppen bei der Verteidigung weiter unterstützen.

Kerry: Koalition kann türkische Stützpunkte nutzen

Nach den Worten von US-Außenminister John Kerry kann die internationale Militärkoalition auch Militäreinrichtungen in der Türkei nutzen. Die Türkei habe "mit Sicherheit die Nutzung bestimmter Einrichtungen erlaubt", sagte Kerry am Dienstag nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Paris. Es gebe in dieser Frage "keinerlei Unstimmigkeiten" mit der türkischen Regierung. Am Montag hatte die Türkei eine von den USA bekanntgegebene Vereinbarung dementiert, wonach die internationale Militärkoalition Militärstützpunkte nutzen kann.

Das Pentagon bezeichnet den Einsatz fortan als "Operation Inherent Resolve" (etwa: Operation natürliche Entschlossenheit). Die USA hatten am 8. August mit den Luftangriffen im Irak begonnen, am 23. September wurde der Einsatz auf Syrien ausgeweitet. (APA, 15.10.2014)

  • Luftangriffe auf IS-Stellungen
    foto: epa/tolga bozoglu

    Luftangriffe auf IS-Stellungen

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