Verwundete Dinosaurier im Walzwerk

14. Oktober 2014, 17:59
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Michael Gira gastiert am Freitag mit seinen Swans in der Wiener Arena

Mittlerweile kann man zu den Swans richtig grooven. Das war nicht immer so. Gut, sie hatten eine Folk- und Rockphase, für die man sich immer ein wenig geschämt hat. Aber richtig super waren die Swans nur in der Zeit, als sie wie angeschossene Dinosaurier durch ein Walzwerk taumelten. Damals, in den frühen, dunklen 1980ern, zählten sie zu den brutalsten Bands unter den damals nicht gerade raren Nihilisten, die sich vor dem jederzeit drohenden Armageddon noch schnell eine Gitarre umschnallen wollten.

Wie der Blues, nur ohne Melodie, beschreibt der Chef der Swans, Michael Gira, heute kokett die Frühphase seines Werks. Die Mittlere kann man sich schenken, die späte hat 2010 begonnen, als der US-Amerikaner nach langen Jahren der Solowerke die Swans wiederbelebte. Seitdem haben sie drei Alben veröffentlicht und touren wie verrückt um den Globus. To Be Kind, das aktuelle Album, ist ein Meisterwerk, das alte Härte mit neuen Mitteln in Gefilde überführt, in denen man nun also sogar mit dem Fuß wippen kann. Seltsam, aber so steht es geschrieben. Am Freitag sind live in der Arena. (flu, DER STANDARD, 15.10.2014)

Swans: 17.10., Arena, 3., Baumgasse 80, 20.00

  • Am Freitag live: Michael Gira, Chef der Swans.
    foto: epa/balazs mohai

    Am Freitag live: Michael Gira, Chef der Swans.

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