Die anziehende Wirkung der MRT

17. Oktober 2014, 17:35
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US-Forscher experimentierten mit einem Magnetresonanztomographen und magnetischen Objekten - zu Aufklärungszwecken

Die Nobelpreise sollen jährlich diejenigen Forscher auszeichnen, die den größten Nutzen für die Menschheit erbrachten. Im Jahr 2003 waren das in der Kategorie Medizin oder Physiologie der US-amerikanische Chemiker Paul C. Lauterbur und der britische Physiker Peter Mansfield - der Nutzen ihrer Arbeit stand außer Zweifel.

Die beiden trugen maßgeblich zur Entwicklung eines bildgebenden Verfahrens bei, das heute der medizinischen Diagnostik nicht mehr wegzudenken ist: die Magnetresonanztomographie (MRT). Diese erlaubt bekanntlich die detaillierte Darstellung von Gewebe und Organen und vor allem auch ihrer Struktur und Funktion im Körper. Weichteile wie Gehirn und innere Organe können dabei besonders kontrastreich und differenziert wiedergegeben werden.

Möglich ist das durch die Eigenschaft von Atomkernen, sich um die eigene Achse zu drehen, den sogenannten Kernspin. Dieser verursacht einen magnetischen Impuls. Bei der MRT werden nun die Wasserstoffatome im menschlichen Körper einem sehr starken Magnetfeld ausgesetzt, wodurch sie sich wie Kompassnadeln ausrichten. Durch kurze Impulse von elektromagnetischen Wellen im Radiowellenbereich wird die harmonisierte Ausrichtung immer wieder gezielt gestört, und die Wasserstoffatome geben selbst Radiowellen ab. Daraus lassen sich dann die Schnittbilder des Körpers errechnen.

Die für die MRT eingesetzten Magnetfelder entsprechen etwa dem 30.000 bis 330.000-Fachen des Erdmagnetfelds. Warum Patienten vor der MRT-Untersuchung ausdrücklich dazu aufgefordert werden, alle magnetischen Objekte abzulegen, liegt also auf der Hand. Dennoch kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Unfällen.

Forscher der University of California in Berkeley nutzten nun ein altes MRT-Gerät, um zu demonstrieren, welche magnetischen Kräfte bei dem Verfahren freigesetzt werden. Aber sehen Sie selbst:

practicalfmri

(red, derStandard.at, 17.10.2014)

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