Regen überflutet Lissabon: Panik, Chaos und Kritik

14. Oktober 2014, 14:52
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Wieder schwere Überschwemmungen - keine Verletzten

Lissabon - Die zweiten schweren Überschwemmungen in Lissabon innerhalb von drei Wochen haben in Portugals Hauptstadt Chaos und Angst ausgelöst. Wie Medien am Dienstag unter Berufung auf das meteorologische Institut IPMA berichteten, waren am Montagnachmittag in einer Stunde 34 Millimeter Regen gefallen. Straßen, Läden, Häuser, Parkplätze und U-Bahnstationen standen auch im Zentrum Lissabons unter Wasser.

Mehrere Tunnel und Straßen wurden stundenlang gesperrt. Manche Autofahrer, die den sintflutartigen Regen am Steuer erlebten, gerieten in Panik. Ein Mann, der nahe der Nobelstraße Avenida da Liberdade plötzlich stehen blieb, sagte der Zeitung "Publico": "Ich wollte schnell weg, aber das Wasser ist so schnell gestiegen, dass ich mich nur durchs Fenster aufs Autodach retten konnte. Dann habe ich um Hilfe geschrien." Verletzte gab es nach Angaben der Behörden allerdings nicht.

Vorwurf: Überschwemmungen Folge der Sparpolitik

Die Opposition kritisierte unterdessen die Verantwortlichen der Hauptstadt. Die sozialdemokratische Stadtregierung müsse das 2008 gebilligte Drainageprojekt endlich verwirklichen, hieß es. Während Vertreter konservativer Parteien Bürgermeister Antoinio Costa - der die Sozialisten bei den Wahlen von 2015 als Spitzenkandidat anführen wird - "Unfähigkeit" vorwarfen, klagten linke Politiker, die vielen Überschwemmungen seien eine weitere Folge der Sparpolitik. Das Drainageprojekt würde 153 Millionen Euro kosten. (APA, 14.10.2014)

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