Thomas Muster dämpft die Euphorie

14. Oktober 2014, 13:39
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Tennis-Ikone erwartet von Dominic Thiem für 2015 keine Steigerung im Ranking: "Ihn schon jetzt als Top-10-Spieler sehen, da sage ich Nein"

Erste-Bank-Open-Botschafter Thomas Muster erwartet von Dominic Thiem für 2015 keine sofortige Prolongierung seines steilen Aufstiegs. Der Steirer würde es schon als Erfolg werten, sollte sich Österreichs aktuelle Nummer eins in der Tennis-Weltrangliste im Bereich von 30 bis 40 halten.

Punkto Thiem stellte sich Muster gegen einen Hype um den Weltranglisten-38. "Ihn schon jetzt als einen Top-10-, Top-5-Spieler oder Grand-Slam-Sieger zu sehen, da sage ich 'Nein'. Der Weg ist steinig, viele Dinge können ihn aus der Bahn werfen", erklärte Muster. "Man muss Schritt für Schritt gehen, Zeit zum Jubeln ist dann immer noch. Zuerst zu feiern ist nicht mein Stil." Ausschließen wolle er einen Durchmarsch Thiems aber nicht. "Das wäre umso schöner."

Etablierung steht an

Die nächste Saison stünde für den 21-Jährigen aber im Zeichen der Etablierung auf der Tour. "Sollte er danach auf 30 bis 40 stehen, wäre es ein gutes Jahr." Dass es heuer für Thiem vorwärtsgehen würde, war für Muster abzusehen. Nun würden ihn die Spieler aber kennen, was es schwieriger mache. Thiem befinde sich laut Muster auf der Tour schon im Bereich einer Arbeitsplatzsicherung. Ein, zwei Siege bei größeren Turnieren würden zum Halten des Rankings reichen.

Bis zu einer Position um 20 könne es relativ einfach gehen, für Mehr wären aber größere Erfolge nötig. Muster wüsste auch, wo Thiem ansetzen sollte. "Das Percentage beim ersten Aufschlag ist zu steigern, und er lässt sich oft hinten zu weit reindrängen. Einen Schritt nach vor und schneller abschließen, das wäre wünschenswert." Als Thiems Stärken bezeichnete er das Tempo aus der Vorhandecke und den Rückhand-Longline. "Er hat unglaublich schnelle Schläge."

Muster gab Stunden vor den Aufakt-Matches von Thiem und Jürgen Melzer beim Erste Bank Open dem Youngster bessere Siegchancen gegen den niederländischen Vorjahres-Finalisten Robin Haase als dem Routinier gegen den slowakischen "Lucky Loser" Norbert Gombos. Für den anzustrebenden Wiederaufstieg in die Weltgruppe des Davis Cups sieht der ehemalige Weltranglisten-Erste beide ÖTV-Asse als unverzichtbar. Zuletzt hatte ja Thiem gepasst. (APA, 14.10.2014)

  • "Man muss Schritt für Schritt gehen, Zeit zum Jubeln ist dann immer noch."
    foto: apa/pfarrhofer

    "Man muss Schritt für Schritt gehen, Zeit zum Jubeln ist dann immer noch."

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