Immer mehr Regionen müssen sich vor Wetterextremen wappnen

20. Oktober 2014, 17:55
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Bericht der Europäischen Umweltagentur: Alpenraum besonders von Veränderungen betroffen

Wien - Die Zunahme extremer Wetterereignisse hat in vielen Fällen seine Ursache im Klimawandel. Mittlerweile müssen immer mehr Regionen in Europa auf die Entwicklung reagieren. Der nun veröffentlichte erste Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) über den Stand der Klimawandelanpassung zeigt, dass die Notwendigkeit für Anpassungsmaßnahmen wie etwa verstärktem Hochwasserschutz stiegt. Besonders betroffen von den Veränderungen ist der Alpenraum.

Wie stark der Klimawandel in Europa zu spüren ist, zeigen die Indikatoren der Europäischen Umweltagentur: steigende Zahl an Hochwasserereignissen, Trockenperioden, Hitzewellen und steigende Meeresspiegel. Die Anpassungspolitik ist dennoch zögerlich - 21 der 33 EUA-Mitgliedsländer haben demnach nationale Anpassungsstrategien entwickelt, nur 13 Staaten - darunter Österreich - haben bereits begonnen, die Maßnahmen auch umzusetzen. Als Hindernisse nannten die Staaten Mangel an Ressourcen und Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß des Klimawandels.

Trotz dieser Schwierigkeiten haben dem "National adaptation policy processes in European countries - 2014"-Bericht zufolge mehr als die Hälfte der Länder die Bereitschaft signalisiert, Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen. Das EUA führte dies vor allem darauf zurück, dass die Wetterextreme in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen haben.

Österreich als Vorreiter

Österreich zählt bei der Umsetzung zu den Vorreitern - nicht zuletzt da der Alpenraum durch sein fragiles Klima besonders betroffen ist. In den vergangenen 150 Jahren hat sich die Temperatur in der Region gleich um zwei Grad erhöht - mehr als doppelt so viel wie das globale Mittel. "Im alpinen Raum gibt es zunehmend gute Beispiele, von denen andere Regionen lernen können", sagte Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig. Unter der Leitung des Umweltbundesamtes wurden im Projekt "Capitalising Climate Change Knowledge for Adaptation in the Alps" (C3-Alps) vorhandenes Wissen, praktische Erfahrungen und vielfältige Maßnahmen aufbereitet und für den gesamten Alpenraum nutzbar gemacht. (APA/red, derStandard.at, 20.10.2014)

  • Blick vom Rheinturm in Düsseldorf auf den Rhein mit niedrigen Pegelstand im November 2001: Immer häufigere Trockenphasen, Hochwasserkatastrophen und steigende Meeresspiegel zwingen viele Regionen zu Gegenmaßnahmen.
    foto: frank augstein/ap/dapd

    Blick vom Rheinturm in Düsseldorf auf den Rhein mit niedrigen Pegelstand im November 2001: Immer häufigere Trockenphasen, Hochwasserkatastrophen und steigende Meeresspiegel zwingen viele Regionen zu Gegenmaßnahmen.

  • EUA-Bericht: "National adaptation policy processes in European countries - 2014"

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