70 Prozent in 2 Minuten: Forscher bauen extrem schnell ladende Akkus

14. Oktober 2014, 13:11
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Wesentlich höhere Lebensdauer als konventionelle Batterien – Chance für mobile Endgeräte und Elektroautos

In den letzten Monaten wurden in der Erforschung effizienterer Akkus verschiedene größere und kleinere Fortschritte erzielt. Wissenschaftler aus Stanford stellten im Juli etwa eine neue Lithium-Anode vor, die höhere Akkulaufzeiten ermöglichen soll.

Ein potenzieller Durchbruch ist nun aber Wissenschaftlern aus Singapur gelungen. An der Nanyang Technological University ist die Entwicklung eines Akkus gelungen, der sich in zwei Minuten auf 70 Prozent seiner Kapazität laden lässt und deutlich länger als konventionelle Energiespeicher ohne Leistungsverlust operieren können soll.

Titan-Dioxid-Anode

Auch hier liegt der Unterschied zu herkömmlichen Li-Ion-Batterien in der Anode. Anstelle vom üblicherweise verwendeten Graphit kommt hier ein Gel aus Titan-Dioxid zum Einsatz. Dieses beschleunigt die chemische Reaktion, die sich beim Ladevorgang abspielt, und ermöglicht damit das schnellere Laden. Den Forschern ist es gelungen, das Titandioxid in Form von Nanoröhren anzuordnen.

Längere Haltbarkeit

Wie sich bei Science Daily nachlesen lässt, sehen die Entwickler das Potenzial der Technologie vor allem im Bereich der Elektromobilität. E-Autos könnten in Zukunft zwanzig Mal schneller geladen werden, als bisher. Dazu hält der neue Akku mehr als 10.000 Ladezyklen durch, ehe eine Verlustwirkung eintritt. Typischerweise lassen herkömmliche E-Auto-Batterien nach 500 Lade- und Entladevorgängen nach, so die Erklärung.

Chance für E-Autos und mobile Endgeräte

Die benzinfreien Pkw wären mit den Akkus aus Singapur binnen fünf Minuten voll "betankbar", was sie auch in puncto Reichweite deutlich konkurrenzfähiger zu Fahrzeugen mit Benzin- und Dieselmotoren machen würde. Freilich bietet der Fortschritt auch reichlich Potenzial für den Einsatz in mobilen Endgeräten. Das Paper zur Akkuneuheit wurde im Journal Advanced Materials veröffentlicht.

Abwarten

Bis sich die Akkus jedoch im Alltagseinsatz wiederfinden wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Derzeit haben die Wissenschaftler um Zuschüsse angesucht, um Versionen ihrer Batterie mit höherer Kapazität zu entwickeln. (gpi, derStandard.at, 14.10.2014)

  • Die neuen Akkus aus Singapur versprechen viel Potenzial für die Zukunft.
    foto: nanyang technological university

    Die neuen Akkus aus Singapur versprechen viel Potenzial für die Zukunft.

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