Zustand von Bianchi weiterhin äußerst kritisch

14. Oktober 2014, 12:33
67 Postings

Der schwer verunglückte Formel-1-Pilot kämpft weiter um sein Leben. Sein Vater gibt die Hoffnung aber nicht auf

Yokkaichi - Jules Bianchi kämpft nach seinem Horror-Unfall weiter um sein Leben, und der Zustand des schwer verunglückten Formel-1-Piloten bereitet dessen Familie zunehmend größere Sorgen. "Die Situation ist zum Verzweifeln. Immer wenn das Telefon klingelt, wissen wir, dass es das Krankenhaus sein könnte, um uns zu sagen, dass Jules tot ist", sagte Vater Philippe Bianchi der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport.

Die gesundheitliche Verfassung seines 25-jährigen Sohnes sei weiterhin äußerst kritisch, aber stabil. "Einen Tag scheint die Lage besser, am nächsten Tag schlechter. Die Ärzte äußern sich nicht. Der Schaden beim Unfall war riesig. Man weiß nicht, wie sich die Dinge entwickeln werden", sagte Bianchi. Die Hoffnung auf eine mögliche Genesung verliere er jedoch nicht. "Jules ist stark, er wird seine wichtigste Qualifikationsrunde gewinnen. Er gibt nicht auf, davon bin ich überzeugt", sagte Bianchi senior.

Schwerste Kopfverletzungen

Jules Bianchi war am 5. Oktober beim Großen Preis von Japan in Suzuka auf regennasser Piste von der Strecke abgekommen und mit seinem Auto unter ein Abschleppfahrzeug gerast. Dabei hatte der Marussia-Pilot aus Frankreich schwerste Kopfverletzungen erlitten und musste anschließend operiert werden. Familie und engste Freunde eilten in das Mie General Krankenhaus nach Yokkaichi und stehen ihm seitdem auf der Intensivstation in Japan bei.

Seit dem Unfall macht die Familie eine schreckliche Zeit durch, ein Ende ist nicht in Sicht. "Seit einer Woche ist das Leben unserer Familie zerstört. Was tun wir hier in Japan? Wir erleben einen Albtraum", sagte Bianchi: "Wir haben keine Sicherheiten, wir können nur warten."

Das Überleben ist bereits ein Wunder

In dieser scheinbar aussichtslosen Situation gibt den Bianchis ausgerechnet das schlimme Schicksal eines anderen Formel-1-Fahrers Hoffnung. "Auch bei Michael Schumacher hat es Monate gedauert, bis er aus dem Koma erwacht ist. Ich hoffe, dass ich in Jules' Fall eines Tages dasselbe sagen kann", sagte Bianchi. Schumacher hatte bei einem Skiunfall im vergangenen Dezember ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten und fast sechs Monate lang im künstlichen Koma gelegen.

Bianchis Aufprall mit geschätzten mehr als 100 km/h auf das Bergungsfahrzeug sei für den Körper derartig heftig gewesen, dass die Ärzte es als ein Wunder bezeichnen, "dass Jules die ersten 24 Stunden überlebt hat", sagte Vater Bianchi: "Ich sehe ihn, ich spreche zu ihm, und ich weiß, dass er mich hören kann. Die Ärzte behaupten, dass schon dies ein Wunder ist, weil niemand jemals einen so schweren Unfall überlebt hat." (sid, 14.10.2014)

Share if you care.