Wiener Grüne wollen 100.000 Haushalte besuchen

14. Oktober 2014, 09:50
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Aktion im Vorfeld der Wienwahl im kommenden Jahr

Wien - Der Hausbesuch als Speed-Dating zwischen Kommunalpolitiker und Bürger kommt ein Jahr vor der Wien-Wahl zusehends in Mode: Nach der SPÖ in der Vorwoche haben am Montag auch die Grünen ihre groß angelegte Hausbesuchsaktion gestartet. An 100.000 Türen wollen die Stadt-Ökos bis zum nächsten Herbst klopfen, um sich Anregungen für die und Kritik an der Partei- respektive Regierungsarbeit abzuholen.

"Laufende Parteiarbeit"

Mit Wahlkampf habe die Aktion mit dem Motto "Jetzt redest Du" freilich nichts zu tun, beteuerte die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou beim medialen Startschusstermin am Rochusmarkt in Wien-Landstraße. Insofern müsse man dafür auch nicht das Wahlkampfbudget angreifen. Vielmehr handle es sich um laufende Parteiarbeit: "Anstatt laufend Umfragen in Auftrag zu geben, sprechen wir mit den Leuten."

Einiges an Erfahrung mit Hausbesuchen hatten die Grünen bereits Anfang des Jahres sammeln können. Damals brannte in Sachen Anrainerbefragung Mariahilfer Straße der Hut. Dank intensiven Personal- und Mitteleinsatzes gelang es Vassilakou und Co. doch noch, dass die Abstimmung pro Verkehrsberuhigung ausging. Man habe viel darüber erfahren, "wo der Schuh drückt", erinnerte sich Vassilakou. Deshalb habe sich die Partei vorgenommen, die Sache zu wiederholen. Auch die Nougatherzen aus Mahü-Zeiten erfahren dabei übrigens ein Revival.

300 Aktivisten im Einsatz

Rund 300 Aktivisten werden in den nächsten Monaten an zig Türen in ganz Wien klopfen, um u.a. über teure Mieten, Bildung und Grätzelinitiativen zu plaudern. Wobei Vassilakou in Aussicht stellte, dass man auch nach der Gemeinderatswahl 2015 alljährlich Hausbesuche abstatten will.

Beim Klinken-Putzen sind die Rathaus-Grünen aber nicht allein. Die SPÖ ist in den kommenden Monaten ebenfalls mit bis zu 800 Genossen stadtweit unterwegs. Eine parteiübergreifende Terminkoordination, um sich nicht in die Quere zu kommen, gebe es nicht. "Soll Schlimmeres passieren, als dass an einem Tag die Grünen und am nächsten Tag die Roten an die Tür klopfen", beruhigte Vassilakou. (APA, 14.10.2014)

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