Streit bei IT-Dienstleister der Bank Austria

13. Oktober 2014, 17:20
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Ubis: Klagen nach Ausgliederung aus Bank - Betriebsrat soll entlassen werden

Wien - Erhöhte Unruhe herrscht derzeit in der UniCredit-Tochter Ubis - das ist jene Gesellschaft, deren Mitarbeiter IT- und Backoffice-Dienstleistungen für den Bankbetrieb erbringen, auch für die Bank Austria. Die Ubis (UniCredit Business Integrated Solutions Austria GmbH; sie untersteht der Ubis Italien) entstand aus Personalauslagerungen der Bank Austria und beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter. Die wurden auf IT-Kollektivverträge umgestellt; zum Teil gab es bei den Einstufungen Probleme, mit denen sich für den Betriebsrat Juristen und Arbeiterkammer beschäftigten.

Inzwischen ist mit dieser Angelegenheit auch das Arbeitsgericht beschäftigt. Zwei der Causen sind ziemlich delikat, sind doch Betriebsratsmitglieder betroffen.

In einem Fall wurde ein Betriebsratsmitglied von seinem Arbeitgeber auf einen neuen Posten gesetzt. Es hat die Ubis wegen verschlechternder Versetzung beim Arbeits- und Sozialgericht Wien verklagt - und gewonnen. Inzwischen soll man aber kurz vor einer (außergerichtlichen) Einigung mit dem Betriebsratsmitglied stehen.

Der zweite Fall ist heikler und leitet sich ebenfalls aus umstrittenen KV-Einstufungen ab. Die Ubis wirft einem der Belegschaftsvertreter in dem Zusammenhang vor, geschützte Mitarbeiterdaten an die Arbeiterkammer gegeben zu haben. Sie sieht darin einen Entlassungsgrund für den (kündigungsgeschützten) Arbeitnehmervertreter und suspendierte ihn. Gleichzeitig brachte Ubis eine Feststellungsklage bei Gericht ein, mit dem Ziel, das Betriebsratsmitglied wegen Vertrauensbruchs zu entlassen.

Auch dieses Verfahren hat Ubis in erster Instanz verloren. Sie geht aber in Berufung. Der Ubis-Sprecher will das nicht kommentieren, handle es sich doch um ein laufendes Gerichtsverfahren.

Die derzeitigen juristischen Probleme mit den Belegschaftsvertretern sollen aber nicht nur Folge der seit Jahren laufenden IT-Umstrukturierungen der Bank Austria sein, sondern auch interne Gründe haben.

Dem Vernehmen nach machten sich in der vergangenen Zeit heftige Spannungen zwischen den verschiedenen Betriebsratsfraktionen in der IT-Gesellschaft breit. (Renate Graber, DER STANDARD, 14.10.2014)

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