OMV: Schelling warnt vor Wertverlust

13. Oktober 2014, 16:27
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Finanzminister hofft auf Ruhe nach Chaos

Wien/Luxemburg - Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) warnt vor einem Werteverlust der OMV durch die jüngsten öffentlichen Debatten. Am Rande der Eurogruppe am Montag in Luxemburg sagte Schelling, die Vorgangsweise sei "nicht sehr professionell gewesen, über das größte österreichische Unternehmen in der Öffentlichkeit zu diskutieren".

Er sei von der ÖIAG informiert worden. "Morgen wird es in der Aufsichtsratssitzung hoffentlich zu entsprechenden Beschlüssen kommen". Es müsse eine Zukunft für das Unternehmen geben, "denn es ist im Teilbesitz der Republik Österreich und damit der Österreicher. Und ich habe nicht gerne, wenn durch solche Vorgangsweisen ein Wertverlust entsteht", so Schelling.

"Unprofessionelle Diskussionen"

Auf die Frage, wie groß die Belastung sei, wenn zwei Spitzenleute plötzlich gehen müssen, sagte der Finanzminister, "ich meine, erstens steht das nicht fest. Ich weiß es auch nicht, ob sie dann abgelöst werden". Er habe nur erklärt, dass solche Diskussionen in der Öffentlichkeit unprofessionell seien. "Daher sollen die Gremien versuchen, solche Entscheidungen besser vorzubereiten, mit den Betroffenen zu diskutieren und dann an die Öffentlichkeit zu gehen". Ob sich das Chaos gelegt hat? - Schelling: "Ich hoffe doch, dass meine Telefonate Wirkung gezeigt haben, meine Botschaft, die ich über den ORF aus Washington gesendet habe".

Zuletzt gab es medial zahlreiche Spekulationen über die Ablöse von OMV-Chef Gerhard Roiss und auch Hans-Peter Floren, der fürs Gasgeschäft zuständig ist. Außerdem kam auch ÖIAG-Chef Kemler als Ablösekandidat ins Gespräch.

Skepsis über Athen-Wunsch zu IWF-Hilfsausstieg

Schelling steht zudem dem Wunsch Griechenlands nach einem frühzeitigen Ausstieg aus dem IWF-Hilfsprogramm "skeptisch" gegenüber. "Wir kennen die genauen Vorschläge der Griechen noch nicht. Aber es ist nicht sicher, ob die Griechen wieder in ein Hilfsprogramm einsteigen wollen oder nicht", gab Schelling vor Beginn der Sitzung der Eurogruppe Montag in Luxemburg zu bedenken.

Es müsse abgewartet werden, was die Griechen vorlegen. "Aber ich muss dazu sagen, wir sehen das doch mit einiger Skepsis und Besorgnis. Weil doch Bewegungen in Griechenland passiert sind, die sehr entscheidend waren für die ganze Entwicklung des Landes. Ich gehe davon aus, dass das noch nicht zu Ende ist".

Reformen und Sparmaßnahmen

Der griechische Finanzminister Gikas Hardouvelis hatte zuvor erklärt, er habe mit dem Internationalen Währungsfonds erste Gespräche über einen vorzeitigen Abschluss der griechischen Hilfsprogramme geführt. Es sei ein erster Schritt in diese Richtung gemacht worden. IWF-Chefin Christine Lagarde habe die Griechen aufgefordert, entschlossen die Reformen fortzusetzen. Der IWF werde dabei Griechenland unterstützen, hieß es. Der griechische Finanzminister wird die Eurogruppe über sein Vorhaben unterrichten.

Griechenland ist seit 2010 mit 240 Mrd. Euro internationaler Hilfszusagen vor der Staatspleite bewahrt worden. Im Gegenzug muss das Euroland umfassende Reformen und schmerzhafte Einsparungen durchsetzen. (APA, 13.10.2014)

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