Trubel ums "Traumschiff": Kapitäne auf stürmischer See

28. Oktober 2014, 09:26
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Die "MS Deutschland", besser bekannt als "Traumschiff" aus der gleichnamigen ZDF-Serie, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Ablenkung für die Öffentlichkeit gibt es derweil durch ein PR-Interview mit den Kapitänen

Die "MS Deutschland" steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das Kreuzfahrtschiff, besser bekannt als das "Traumschiff" aus der gleichnamigen ZDF-Serie, kämpft schon seit einiger Zeit mit Gerüchten um Insolvenz. Im Oktober 2012 wurde das Schiff noch mit einem Verkehrswert von etwa 80 Millionen Euro bewertet, für die Investoren warf die "MS Deutschland" Traumrenditen von 6,975 Prozent ab und galt als sicheres Investment. Im vergangenem Jahr wandte sich das Blatt: Die Beteiligungsgesellschaft erlitt einen Verlust von 5 Millionen Euro. Die Situation verschärfte sich und die Gerüchteküche um eine Pleite brodelt, spätestens seit letzte Woche eine Gläubigerversammlung platzte. In einem offenen Brief wurden die Spekulationen nun dementiert und lediglich von einer Zeit in "unruhigem Fahrwasser" - weit entfernt von einer Insolvenz - gesprochen.

foto: ms deutschland
Die Kapitäne der MS Deutschland stehen "Re(e)de und Antwort" im PR-Interview. Einer spricht mit seinem Schiff, "wenn die See besonders schwer ist."

Wortspielreiches Captain's Interview

Die PR-Agentur des Schiffes versucht derweil mit netten Wortspielen von den Gerüchten abzulenken und verfasste ein Interview mit den beiden Kapitänen unter der Überschrift "Re(e)de & Antwort: 16 Fragen an die Kommandobrücke". Und, was hat die Kommandobrücke zur Krise zu sagen? Wir erfahren, dass für Kapitän Greulich die MS Deutschland seine "Lady" ist, mit der er spricht oder der er gut zuredet "wenn die See besonders schwer ist". Kapitän Mühlenbach hält sich bei seiner Liebe zum Schiff etwas zurück und träumt lieber vom Leben seiner Fernseh-Kollegen: "Der Kapitän des Traumschiffs ist viel an Land unterwegs und versucht die Probleme seiner Gäste höchstpersönlich zu lösen. Dafür ist in Wirklichkeit leider nicht so viel Zeit". Das Gespräch klärt weiters Fragen zur Berufsausbildung des Kapitäns, was das Captain's Dinner zu bieten hat und ob die Kapitänsmütze zur Uniform gehört. Um wie die PR-Verantwortlichen des Schiffes in Bildern zu sprechen: Ein sonniges Interview auf stürmischer See.

Veraltetes Konzept

Die "MS Deutschland" ist bereits seit 1998 auf den Weltmeeren unterwegs und damit schon eine alte Dame unter den Kreuzfahrtschiffen. Neuere kleine Schiffe in einer ähnlichen Preislage laufen ihr langsam den Rang ab, größere Konkurrenten sind wirtschaftlicher, weil sie mehr Passagiere befördern können. (Britta Breuers, derStandard.at, 14.10.2014)

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    foto: dpa/marcus brandt
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