Grant Hart: Der Himmelküsser

13. Oktober 2014, 17:16
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Mit Hüsker Dü hat er in den 1980ern den Blueprint für Bands wie Nirvana geschaffen. Heute gastiert er mit Band im Rhiz

Wien - Das Jahr 2014 war gut zur Fanbasis des Grant Hart. Sein vor 15 Jahren veröffentlichtes Album Good News For Modern Man wurde erstmals auf Vinyl aufgelegt und erfuhr mehr Beachtung als damals, als das Label kurz nach der Veröffentlichung pleitegegangen war.

Dazu erschien die Kompilation Every Everything. Diese umreißt das Solowerk des US-Musikers und fungierte als Soundtrack zur gleichnamigen Doku des Regisseurs Gorman Bechard, die, wie man so schön sagt, den Menschen und den Künstler zeigt, wobei der Künstler deutlich besser wegkommt. Immerhin war Grant Hart Drummer und zweiter Sänger bei Hüsker Dü, einer stilprägenden Band, die in den 1980ern alles vorweggenommen hat, womit Nirvana und Co in den 1990ern Weltkarrieren machten.

Nach deren Ende 1987 veröffentlichte Hart mehrere Soloalben unter eigenem Namen und mit der Band Nova Mob. Dann wurden die Abstände größer, es hieß, er hänge alten, ungesunden Gewohnheiten nach und sei eine bittere Schrulle geworden. Ein Gerücht, das ein Auftritt beim Blue-Bird-Festival vor einigen Jahren nicht entkräften konnte.

2013 erschien auf Domino das Doppelalbum The Argument und zeigte, dass Hart es immer noch kann, wenn er will. Nämlich mitreißende Popsongs schreiben, die er mit seiner hellen Stimme gen Himmel hebt. In dieser Mission ist der 53-Jährige aktuell in Europa unterwegs. Heute, Dienstag, gastiert er mit neuer Band im Wiener Rhiz.

Was wird er spielen? Wohl einen Querschnitt aus Hüsker-Dü-Songs und aus seinen Soloalben. Die Hoffnungen liegen hier auf dem erwähnten Good News For Modern Man, das sein Bestes ist. Es zeigt den Mann mit Songs wie Nobody Rides For Free oder Think It Over in jener prachtvollen Verfassung, in der er früher, in weit dunkleren Zeiten, Hüsker-Dü-Songs wie Hate Paper Doll, Keep Hanging On oder Don't Wanna Know If You Are Lonely geschrieben und gesungen hat.

Auch The Argument besitzt mit Morning Star oder I Will Never See My Home Lieder großer Klasse, und - hey! - verdammt, er ist Grant Hart. (Karl Fluch, DER STANDARD, 14.10.2014)

Grant Hart & Band Rhiz, 8., Lerchenfelder Gürtel, Bogen 37/38, 21.00

  • Grant Hart, einst härtester Trommler des US-Hardcore mit Hang zu großen Melodien, heute ein kleiner Solokünstler mit namenloser Band.
    foto: rhiz

    Grant Hart, einst härtester Trommler des US-Hardcore mit Hang zu großen Melodien, heute ein kleiner Solokünstler mit namenloser Band.

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