Stolpersteine auf dem Weg zur Energiewende

13. Oktober 2014, 17:25
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Rupprechter für Klimaabkommen vorsichtig optimistisch

Wien - "Leider gibt es Stolpersteine auf dem Weg zur Energiewende", sagt Umweltminister Andrä Rupprechter (VP). Er meint damit unter anderem die Zustimmung aus Brüssel für Förderungen an das geplante britische Atomkraftwerk Hinkley Point sowie die Renaissance der Steinkohle, die vor allem in Deutschland in schon lange nicht gesehenen Mengen verstromt wird. Dass das Zurückdrängen fossiler Brennstoffe zugunsten erneuerbarer Energien angesichts der Umweltprobleme notwendiger denn je sei, daran bestehe kein Zweifel.

Grünsektor ausbauen

Rupprechter will Gas geben und den CO2-Ausstoß senken. In Österreich, wo im Ökobereich zuletzt rund 170.000 Mitarbeiter 40 Mrd. Euro umgesetzt haben, sollen es bald 200.000 Beschäftigte sein, die ihr Geld mit "grüner Technologie" verdienen. Sie sollen 2020 bereits 20 Mrd. Euro umsetzen, gab Rupprechter am Montag bei der Lancierung einer Klimaschutzinitiative mit Vertretern der Wirtschaft die Richtung vor. Schon jetzt gingen fast 80 Prozent der einschlägigen Produkte in den Export. Eine Exportoffensive soll diesen Wert zumindest absichern.

Rupprechter, der im September an dem von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in New York abgehaltenen Klimagipfel und in der Vorwoche an einer kleineren Runde (Klimagipfel der Regionen in Paris) teilgenommen hat, ist "vorsichtig optimistisch, dass es im Herbst nächsten Jahren bei der Weltklimakonferenz in Paris doch noch einen Durchbruch gibt. Die US-Delegation unter Leitung von Präsident Barack Obama habe sich zuletzt bewegt und auch China habe Bereitschaft erkennen lassen, sich in ein weltweit verbindliches Klimaschutzabkommen einzuklinken.

Beim Europäischen Rat übernächste Woche sollen in Brüssel Nägel mit Köpfen gemacht und eine Verminderung der EU-internen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2030 (gegenüber 1990) beschlossen werden. Rupprechter unterstützt das Ziel, will sich darüber hinaus aber für eine gerechte Lastenaufteilung innerhalb der Union starkmachen. Das helfe auch Unternehmen wie der Voestalpine, deren Chef Wolfgang Eder sich wiederholt kritisch zum geplanten 40-Prozent-Einschnitt bei den CO2-Emissionen geäußert und mit Verlagerung von Investitionen in andere Teile der Welt gedroht hat.

Wenn es zu einem weltweit verbindlichen Abkommen samt fairer Lastenaufteilung in der EU komme, nütze das Voestalpine, weil der Konzern bereits jetzt "sehr energieeffizient" unterwegs sei. Überhaupt sei die Wirtschaft "der Schlüssel für die Energiewende", sagte Rupprechter. Unternehmen wie Telekom Austria, AUA, Rewe und Vöslauer haben sich der Initiative angeschlossen, leben Energieeffizienz vor, sparen damit Kosten und verbessern damit auch ihr Image. (stro, DER STANDARD, 14.10.2014)

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