Melancholie im intimen Rahmen

13. Oktober 2014, 17:11
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Jan Fosses Stück "Der Gitarrenmann" in der Regie von Marius Schiener in Dornbirn

Schriftsteller Jon Fosse wurde für sein Schaffen mit zahlreichen Preisen wie dem Ibsen-Preis oder dem Nestroy ausgezeichnet. Das Theater Wagabunt brachte nun unter der Regie von Marius Schiener sein Stück Der Gitarrenmann in der inatura in Dornbirn zur Aufführung.

Wegen einer Frau ist der Straßenmusiker damals in die Stadt gekommen. Wegen seines Sohnes ist er geblieben. Die Frau hat ihn irgendwann verlassen, und sein Sohn scheint sich für seine Art, Geld zu verdienen, auch eher zu schämen. Müde ist er geworden nach all den Jahren des Gitarrenspielens in der Unterführung und überdrüssig all der Menschen. Es ist Zeit für ihn geworden zu gehen - ob nur von diesem Ort oder wirklich ganz aus dem Leben, bleibt offen.

Der Regisseur setzt auf Reduktion. Als Requisiten dienen ein paar Münzen, Tabak, ein Glas Bier und natürlich ein Gitarrenkoffer mit Gitarre. Raum für eigene Deutungen bietet nur das Meeresrauschen, das zu Ende zu vernehmen ist, während der Musiker die Spielstätte verlässt.

Durch die Aufführung im Café wird die Bühnensituation praktisch aufgehoben. Robert Kahr steht mal an die Wand gelehnt, mal schlendert er zwischen Barhockern und einem Sessel hin und her. Nach und nach entfernt er die Saiten seiner Gitarre und spricht dabei seinen Bühnenmonolog. Er bleibt ruhig, natürlich - beinahe vergisst man, dass es sich um eine inszenierte Erzählung handelt. "Der Gitarrenmann" wird neben der inatura auch im Magazin4 in Bregenz aufgeführt werden. (niwe, DER STANDARD, 14.10.2014)

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