VÖZ: "Anliegen von Minderheiten objektiv behandeln"  

13. Oktober 2014, 12:25
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Verlegerverband VÖZ unterstützt Diversity Media Week – "Qualitätsmedien dürfen nicht Ressentiments stärken, sondern müssen Anliegen von Minderheiten objektiv behandeln"

Wien - Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) begrüßt die Initiative von M-MEDIA zur Diversity Media Week. Diese findet von 13. bis 17. Oktober 2014 statt. Ziel dieser Woche ist es, in Massenmedien verstärkt über Diversität in Österreich zu berichten und die Vielfalt der Gesellschaft und der Medienlandschaft hervorzuheben. Der Verlegerverband steht diesem Anliegen positiv gegenüber.

"Die Mitgliedsmedien des Verbandes Österreichischer Zeitungen bekennen sich zu ihrer Integrationsfunktion. Ihr Zielgruppen-Fokus liegt nicht auf den Eliten, sondern auf der gesellschaftlichen Breite", sagt VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. Dieser Anspruch habe direkte Auswirkungen auf die Berichterstattung. "Zeitungen und Magazinen, die ein Angebot an die gesamte Gesellschaft sein wollen, stellen die Vielfalt der Gesellschaft umfassend dar und lassen dabei keine weißen Flecken zu", sagt Grünberger. Klassische Medien hätten nach wie vor einen gewichtigen Einfluss auf die Meinungsbildung, daher sei es auch die Aufgabe von Qualitätszeitungen und –magazinen, "nicht Ressentiments zu verstärken, sondern die Anliegen von Migranten, Menschen mit Behinderungen oder sogenannte gesellschaftliche Randgruppen objektiv zu behandeln", betont der Geschäftsführer des Verbands.

Dieser Anspruch bedeute jedoch nicht automatisch ausschließlich positive Berichterstattung, schränkt Grünberger ein: "Journalisten haben keine Erziehungsberechtigung für ihre Leser. Doch sie haben eine Verantwortung, gesellschaftlich relevante Themen unvoreingenommen und objektiv darzustellen, dabei jedoch Ängste und Vorbehalte ihrer Leserschaft nicht zu bagatellisieren. Unabhängiger Journalismus ist zur Objektivität verpflichtet und muss hinsehen und nicht wegsehen."

Der Verband fördere Diversität aktiv, sagt Grünberger. Er sei in einer Arbeitsgruppe des Bundeskanzleramtes vertreten, die Empfehlungen zur Darstellung von Menschen mit Behinderung in Medien ausarbeitet. Darüber hinaus unterstütze er den Journalistenpreis Integration, um Berichterstattung zu fördern, die einen positiven Beitrag zur Integration leistet. Weiters setze sich der VÖZ für eine stärkere Berücksichtigung von Diversität bei der Journalistenausbildung ein. Der jährlich erscheinende Public Value Bericht des Verbandes setze sich ebenfalls regelmäßig mit Diversität, Integration und Minderheiten auseinander, sagt Grünberger. (red, derStandard.at, 13.10.2014).

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