"Tatort" verwirrt - Leichenrekord wohl 51 statt 47

13. Oktober 2014, 11:54
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Krimi mit Ulrich Tukur und Ulrich Matthes war für "Tatort"-Seher einer der besten - Um die Zahl der Getöteten wird diskutiert

Frankfurt am Main - Der besonders künstlerische und leichenreiche "Tatort" mit Ulrich Tukur ist nach seiner Erstausstrahlung am Sonntagabend auf viel Begeisterung gestoßen. Wirbel gab es allerdings um die Zahl der Leichen in dem zur besten Sendezeit ausgestrahlten Film mit dem Titel "Im Schmerz geboren". Darin brillierte Ulrich Matthes als Gegenspieler des von Tukur gespielten LKA-Ermittlers Felix Murot.

Nach der Erstausstrahlung des ARD-Krimis entwickelte sich im Internet eine lebhafte Diskussion über die Qualität des Krimis und die Quantität der darin gezeigten Morde. Es gab viele positive Stimmen und Lob, aber auch Kritik, dass der Krimi - eine Art Western mit Rachefeldzug und dutzenden Toten - übertrieben ambitioniert gewesen sei und kaum ins übliche "Tatort"-Schema passe.

Im Schnitt sahen den Krimi mit vielen künstlerischen Anspielungen und einem Erzähler im Bild ab 20.15 Uhr allein in Deutschland 9,29 Millionen Zuschauer (26 Prozent Marktanteil), in Österreich waren es 611.000 Zuschauer (20 Prozent Marktanteil).

Anspielungen gab es auf Werke des Dramatikers William Shakespeare oder Filme der Regisseure Francois Truffaut ("Jules und Jim"), Quentin Tarantino ("Pulp Fiction") oder Lars von Trier ("Antichrist"). Außer der Titelmelodie erinnerte in diesem Sonntagskrimi wenig an das übliche Format der beliebten Krimireihe. Auch wenn es viele Tote gab, war der Krimi mehr auf Ästhetik als auf Brutalität getrimmt. Regie führte Florian Schwarz, das Drehbuch schrieb Michael Proehl, viel Musik kam vom HR-Sinfonieorchester.

Mit dem "Tatort" vom Sonntag gab es bisher vier Fälle mit Ermittler Murot. Während die ersten beiden eher unterdurchschnittliche Einschaltquoten holten, hatte der dritte Fall "Schwindelfrei" im Dezember 2013 sogar etwa 100.000 Zuschauer mehr als der jetzt gezeigte vierte Fall.

Die stets genaue Experten-Seite "Tatort-Fundus" zählte in dem Krimi 51 Leichen und führte sie in einem Artikel genau auf. In "Tatort - die Show" (im Web und bei der Radiowelle YouFM) gestand der "Tatort"-Redakteur des Hessischen Rundfunks, Jörg Himstedt, die Leichen seien "nie gezählt" worden. Ein Schauspieler habe einst die Zahl 47 bei einer Pressevorführung in die Welt gesetzt. Den Machern sei es jedoch nie um eine genaue Zahl oder einen Rekord gegangen.

Sicher ist: Es gibt unterschiedliche Zählweisen; je nachdem, ob man erwähnte Leichen oder nur gezeigte Tode einschließt. Das Team der "Tatort-Show" kam sogar auf 52 Leichen. Zeitungen wie "Welt" oder "Bild" zählten 49 Leichen. Der "SWR3 Tatort-Check" von Brigitte Egelhaaf kam sogar auf 54 Tote.

Vor "Im Schmerz geboren" galt laut "Tatort-Fundus" der Hamburger Fall "Kopfgeld" mit Til Schweiger vom März 2014 mit 19 Leichen als Rekord-"Tatort". Die ARD-Reihe gibt es seit November 1970. (APA, 13.10.2014)

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    foto: orf
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