Gesichtserkennung: Theater lässt Publikum für Gelächter zahlen

13. Oktober 2014, 11:17
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30 Cent pro registriertes Amusement – Eintritt dank "Pay per Laugh" kostenlos

Fühlt man sich vom Comedian auf der Bühne nicht gut unterhalten, könnte zumindest der Besuch des Theaters künftig wesentlich günstiger ausfallen. Ein von der Werbeagentur Glassworks beim Filmfestival in Cannes mehrfach ausgezeichnetes System namens "Pay per Laugh" (PPL) wurde nun als Pilotversuch in Spanien getestet. Es basiert auf Gesichtserkennung.

Einmal lachen für 30 Cent

Wie der Name bereits verrät, bezahlt der Besucher bei "Pay per Laugh" direkt für Amusement. Im Einsatz ist es beim Teatreneu in Barcelona. Auf dem Vordersitz montierte Tablets erfassen das Gesicht der Zuseher und zählen jeden registrierten Lacher, schreibt die BBC.

Diese werden einzeln mit 30 Eurocent verrechnet, dafür ist der Eintritt in die Show allerdings frei. Dazu liegt der Maximalbetrag bei 24 Euro, sodass auch besonders gut unterhaltene Zuseher nicht mit einer unschönen Überraschung rechnen müssen, wenn der Vorhang fällt. Ihre fröhlichen Momente können sich die Zuschauer außerdem als Souvenir abspeichern lassen und ihr Rechnung auch über soziale Netzwerke teilen, dazu soll die PPL-App künftig auch direkt zum Bezahlen verwendet werden können.

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Erfolgreicher Pilotversuch

Die lachbasierte Bezahlung wird als Maßnahme genutzt, um über den eintrittslosen Vorstellungsbesuch wieder mehr Menschen in die Theater zu locken. Diese hatten in Spanien aufgrund erhöhter Steuern auf ihre Tickets mit Publikumsschwund zu kämpfen.

Erste Ergebnisse verheißen Gutes. Der durchschnittliche Ticketpreis stieg um sechs Euro an. Bald berichteten nationale Medien von dem Experiment, was in weiterer Folge zu einer Steigerung der Besucherzahlen von 35 Prozent beim Teatreneu führte. Dort hat man mittlerweile auch neue Saisonpässe eingeführt, über die im Voraus für ein fixes Kontingent an Lachern bezahlt wird.

Interesse

Nun erproben auch andere Clubs und Theater in Spanien das Konzept. Auch seitens Londoner Bühnen soll es bereits Interesse geben. (gpi, derStandard.at, 13.10.2014)

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    foto: glassworks
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