Zusammenstöße auf Tempelberg in Jerusalem

13. Oktober 2014, 16:19
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Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Palästinensern - Ban Ki-moon reist nach Israel und in die Palästinensergebiete

Jerusalem - Auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt ist es am Montag zu Konfrontationen zwischen jungen Palästinensern und israelischen Polizisten gekommen. Die israelische Polizei teilte mit, mehrere Vermummte seien in die Al-Aksa-Moschee gedrängt worden. Sie hätten Steine und Brandflaschen vorbereitet, um den Besuch von Juden auf dem Tempelberg zu verhindern.

Die Polizei hatte dem rechtsorientierten Likud-Abgeordneten Moshe Feiglin und einer Gruppe seiner Anhänger zuvor den Besuch der Stätte erlaubt, die Muslimen und Juden als heilig gilt. In Ostjerusalem war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Ausschreitungen gekommen.

Netanjahu beschuldigt Palästinenser

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat "palästinensische Extremisten" für die seit Wochen anhaltenden Unruhen auf dem Jerusalemer Tempelberg verantwortlich gemacht. "Israel stellt in keiner Weise die bestehenden Regelungen für den Tempelberg infrage, und das gilt schon für die vergangenen Jahrzehnte", erklärte Netanjahu am Montag.

Auf dem Tempelberg stand einst das jüdische Zentralheiligtum, der Tempel von Jerusalem, bevor er 70 n. Chr. von den Römern bis auf die äußeren Umfassungsmauern zerstört wurde. Der Hügel selbst beherbergt heute die islamischen Stätten Felsendom und Al-Aksa-Moschee - Jerusalem gilt nach Mekka und Medina in Saudi-Arabien als die drittwichtigste Stätte des Islam. Ein Abschnitt der Umfassungsmauer auf der Westseite, die sogenannte Klagemauer, gilt heute als wichtigste Gebetsstätte des Judentums.

Ban Ki-moon im Nahen Osten

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat Israel und die Palästinenser am Montag zur Wiederaufnahme ihres Dialogs aufgerufen. "Wir drängen die Palästinenser dazu, Mut zu beweisen, und den Friedensprozess fortzusetzen", sagte Ban nach einem Treffen mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah in Ramallah. "Wir drängen Israel dazu, dasselbe zu tun."

Zum Auftakt seines überraschenden zweitägigen Besuchs in Israel und den Palästinensergebieten war Ban zunächst nach Ramallah gekommen. Anschließend waren Gespräche mit der israelischen Führung in Jerusalem geplant. Am Dienstag besucht der UNO-Generalsekretär erstmals seit 2012 wieder den Gazastreifen.

Ban und Hamdallah sagten, man habe sich auf einen Mechanismus zum Wiederaufbau der zerstörten Küstenenklave geeinigt. Die Aufbauarbeiten sollten von den Vereinten Nationen überwacht und von der Palästinenserbehörde geleitet werden. Auch die im Gazastreifen herrschende Hamas habe ihre Zustimmung gegeben. (APA, 13.10.2014)

  • UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und der palästinensische Ministerpräsidenten Rami Hamdallah bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag.
    foto: epa/atef safadi

    UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und der palästinensische Ministerpräsidenten Rami Hamdallah bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag.

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