Europas Leitbörsen schließen tiefrot

16. Oktober 2014, 06:53
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US-Konjunkturdaten ziehen Märkte nach unten

Frankfurt am Main - Die Leitbörsen Europas haben am Mittwoch einheitlich tief in der Verlustzone geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 brach um 3,61 Prozent ein und schloss bei 2.892,55 Punkten.

In einem ohnehin schon volatilen Börsenumfeld sorgten überraschend schwächere US-Konjunkturdaten schließlich zu einem starken Sog nach unten, der sämtliche Leitbörsen mit sich nach unten riss und Sorgen bezüglich einem Abflauen der Weltwirtschaft nährte.

Der Empire-State-Index, der die Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York misst, hat sich im Oktober überraschend deutlich eingetrübt. Im Oktober gab der Wert zum Vormonat deutlich um 21,37 Zähler auf 6,17 Punkte nach.

Auch die US-Einzelhandelsumsätze gingen unerwartet stark zurück und fielen im September zum Vormonat um 0,3 Prozent. Die Erzeugerpreise sind im September ebenfalls überraschend gesunken, Marktbeobachter hatten einen unveränderten Wert erwartet.

Unterdessen standen Unternehmensergebnisse im Fokus. Danone waren untertags die größten Gewinner im Euro-Stoxx-50, konnten ihre Gewinne aber nicht halten und schlossen bei minus 0,36 Prozent. Beim dem Lebensmittelkonzern hat sich der Umbau der Babykostsparte in China ausgezahlt. Im dritten Quartal meldete der Geschäftsbereich erstmals seit über einem Jahr wieder steigende Umsätze. Insgesamt stieg der Erlös bereinigt um Währungen und Zukäufe um 6,9 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Die Analysten-Prognosen wurden damit übertroffen.

ASML-Titel gaben rund fünf Prozent ab. Das Geschäft von Europas größtem Chipzulieferer lief zwischen Juli und Ende September nicht ganz so gut wie erhofft. Der Umsatz stagnierte im Vergleich zum Vorjahr. Dank niedrigerer Kosten zog die Marge allerdings deutlich an.

Airbus verbilligten sich um 4,8 Prozent. Der Konzern hat in Indien einen der größten Aufträge der Firmengeschichte eingeheimst. Die führende Fluggesellschaft des asiatischen Landes, IndiGo, will 250 Kurz- und Mittelstreckenjets des Typs A320neo kaufen, wie beide Firmen am Mittwoch mitteilten. Zu Listenpreisen hätte der Auftrag ein Volumen von 25,7 Mrd. Dollar (20,3 Mrd. Euro). In der Regel wird bei solchen Orders aber ein Rabatt gewährt.

In Stockholm verloren die Titel von Svenska Kullagerfabriken (SKF) etwa ein Prozent. Das Unternehmen legte ebenfalls Zahlen zum dritten Quartal vor, bei denen der Gewinn etwas unter den Schätzungen von Analysten lag. Die Umsätze legten etwas zu, im vierten Quartal rechnet das Unternehmen mit stagnierender Nachfrage. (APA, 15.10.2014)

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