Google Now noch um einiges klüger als Siri und Cortana

13. Oktober 2014, 10:02
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IT-Analytiker testen über 3.000 Wissensanfragen an den drei konkurrierenden Plattformen

Intelligente Programme, die Nutzern schnell komplexe Fragen beantworten können: Dank Mobile und Wearables eines der wichtigsten Zukunftsfelder. Deshalb ist es kein Wunder, dass große IT-Konzerne wie Google, Apple und Microsoft mit Nachdruck versuchen, hier die Vorreiterrolle zu übernommen. Tatsächlich wurden in den vergangenen Jahren etliche Ressourcen in die jeweiligen Wissensprogramme gesteckt: Google versucht schon lange, anstatt simpler Suchanfragen zu Websites auch "richtige" Fragen durch Suchergebnisse zu beantworten. Apple setzt immer mehr auf Siri als Kaufanreiz – und Microsoft hat in den letzten Monaten eine richtiggehende Konzentration auf Cortana ausgelobt.

Fragen per Sprachsteuerung

Aber wo stehen die Wissensprogramme momentan? Das wollten Forscher der "Stone Temple Consulting" herausfinden, weshalb sie insgesamt 3.086 Wissensanfragen an die drei konkurrierenden Programme gestellt haben. Zusätzlich wurden alle Fragen per Voice Command gestellt, da mündliche Anfragen oft andere als textuelle Ergeben – die Sprachsteuerung aber dank Smartwatches oder Datenbrillen in Zukunft noch wichtiger werden öknnte.

Große Fortschritte gemacht

Insgesamt zeigte sich, dass alle drei Programme in den vergangenen Monaten große Sprünge gemacht haben und die Intentionen des Nutzers bereits nachvollziehen können. So gibt Google bei der Frage nach der Höhe des Eiffelturms inzwischen auch die Höhe anderer berühmter Gebäude an. Klickt der Nutzer auf eine der Alternativen, erscheinen weitere hohe Bauten – Google Now versteht also, dass hier Vergleichswerte gesucht werden. Bei dieser Art von Anfragebeantwortung handelt es sich um ein sogenanntes "Karussel", das vor allem bei Google Now zum Einsatz kommt.

Andere Methoden der Wissensbeherrschung sind "structured snippets": Hier werden die Anfragen aus Websites gesucht und bei den Suchergebnissen angezeigt. "Step by Step-Instructions" sind ähnlich, hier werden einzelne Schritte angezeigt, etwa bei Kochrezepten.

Unterschiedliche Quellen

Google Now, Siri und Cortana nutzen dabei sehr unterschiedliche Quellen, um ihre Nutzer zufrieden zu stellen: Google Now setzt logischerweise primär auf Google-eigene Wissensdienste, während sich Siri auf die alternative Suchmaschine Wolfram Alpha genauso wie auf Wikipedia, Yahoo und Bing verlässt. Cortana holt hingegen -abseits der Microsoft-Suchmaschine Bing - viel Wissen aus dem Oxford Dictionary, nutzt auch die New York Times und zeigt gern YouTube-Erklärvideos.

Google Now noch weit voran

Aber wie gut schneiden die einzelnen Dienste ab? Laut "Stone Temple Consulting" ist Google Now momentan noch weit vor die anderen Programme zu reihen. Insgesamt konnte der Wissensassistent des größten Suchmaschinisten 88 Prozent der Anfragen vollständig beantworten. Bei Siri reduzierte sich das auf 53 Prozent, Cortana schaffte nur vierzig Prozent. Dabei ist aber zu beachten, dass Cortana momentan noch nicht komplett fertiggestellt ist, die verwandte Suchmaschine Bing schaffte in kleineren Tests bessere Resultate.

Siri hat Ironie

Googles zieht seinen Vorsprung daraus, schon länger bei seiner Suchmaschine auf "Wissensboxen" zu setzen. Allerdings haben auch die anderen Programme ihre Vorteile: Siri überrascht etwa immer wieder mit Ironie und Humor, auch Cortana kann Witze machen. Ob das ausreicht, um Google Now einzuholen, ist allerdings fraglich. (fsc, derStandard.at, 13.10.2014)

  • Google integriert in Beantwortungen auf Anfragen schon länger sogenannte "Karusselle", mit denen Intentionen der Fragen zu beantworten versucht wird
    foto: screenshot/google

    Google integriert in Beantwortungen auf Anfragen schon länger sogenannte "Karusselle", mit denen Intentionen der Fragen zu beantworten versucht wird

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