Ungarische Kommunalwahl brachte Sieg der Regierungspartei

13. Oktober 2014, 06:59
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Opposition versucht Schadensbegrenzung

Budapest - Mit einer inoffiziellen Wahlbeteiligung von 42,79 Prozent und dem erwarteten Erfolg für die rechtskonservative Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orban gingen am Sonntag in Ungarn die Kommunalwahlen zu Ende. "Wir haben unseren dritten Wahlsieg (nach den Parlaments- und EP-Wahlen - Anm.) erreicht", kommentierte Orban das Ergebnis der Wahlen am Sonntagabend.

Erneuter Wahlsieg

In Budapest habe man mit dem erneuten Wahlsieg des Oberbürgermeisters Istvan Tarlos sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit erlangt, sagte Orban. In 17 Bezirken der Hauptstadt hätte Fidesz gewonnen. Dabei hätten "Zusammenhalt, Zusammenarbeit und Einheit gesiegt".

Der Vorsitzende der oppositionellen Sozialisten (MSZP), Jozsef Tobias, betonte nach der Wahl, die Zeit des "Feilschens" in den Reihen der Opposition sei vorbei. Die MSZP-Spitze habe entschieden, in Zukunft nicht am "Spiel der Eliten" teilzunehmen und keine weiteren schlechten Vereinbarungen mit anderen Parteien zu knüpfen. Laut Tobias gibt es eine Linke in Ungarn - und das sei die MSZP.

Herausforderer

Fidesz war bereits vor den Wahlen als sicherer Sieger gehandelt worden und konnte sich am Sonntag den Wahlsieg in 20 der 23 größeren Städte sichern. Die rechtsradikale Jobbik-Partei, die vor den Wahlen versucht hatte, sich des Stempels des Rassimus und der Romafeindlichkeit zu entledigen, blieb zumeist hinter Fidesz zurück, konnte jedoch in der Provinz zum Großteil die linke Opposition besiegen. Jobbik-Chef Gabor Vona kündigte an, seine Partei werde der wahre Herausforderer von Fidesz bei den Parlamentswahlen 2018 sein, da die Linke "moralisch und politisch zerfallen ist". (APA, 13.10.2014)

  • Der Oberbürgermeister von Budapest, Istvan Tarlos (re.), darf sich über Gratulationen von Premierminister Orban freuen.
    foto: apa/epa/szilard koszticsak

    Der Oberbürgermeister von Budapest, Istvan Tarlos (re.), darf sich über Gratulationen von Premierminister Orban freuen.

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