Moldawien knöpft Russen Punkt ab, drei Zähler für Schweden

12. Oktober 2014, 20:26
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Capello-Team muss sich in Moskau mit einem 1:1 begnügen und übergibt Tabellenführung an ÖFB-Team - Schweden bezwingt Liechtenstein

Moskau/Solna - Russlands Fußball-Nationalteam ist in der EM-Qualifikation zum zweiten Mal hintereinander ohne Sieg geblieben und hat nach zuletzt sechs Heimerfolgen unter Teamchef Fabio Capello erstmals nicht gewonnen. Die Russen mussten sich nach dem 1:1 in Schweden am Donnerstag nun auch am Sonntag im Heimspiel gegen Moldawien mit demselben Ergebnis begnügen und sind damit auch die Gruppe-G-Führung los. Ihren ersten vollen Erfolg in der aktuellen EM-Quali feierten die Schweden mit einem 2:0 in Solna gegen Liechtenstein.

Die Elf von Capello tat sich in Moskau gegen die Moldawier, die am Donnerstag Österreich 1:2 unterlegen waren, von Beginn an ziemlich schwer, konnte sich vor der Pause nur eine Topchance erarbeiten. Denis Scherijschew wurde beim Abschluss bedrängt und schoss knapp neben das Tor (15.). Die Gäste verteidigten geschickt, versuchten allerdings auch das eine oder andere Mal selbst Akzente zu setzen, wie in Minute 41, als Alexandru Gatcan aus guter Position das Tor verfehlte.

Russischer Druck

Nach dem Seitenwechsel nahm der Druck der Hausherren zu, sie wurden auch deutlich gefährlicher. Ein Dsagojew-Fallrückzieher misslang, den Nachschuss aus bester Position setzte Denis Gluschakow über das Tor (54.). Sieben Minuten später ging ein Dsagojew-Volley vom 16er daneben. Bei einem Dsijuba-Kopfball, bei dem nur Zentimeter fehlten, hatten die Russland-Fans schon den Torschrei auf den Lippen (64.).

Jubeln durften sie allerdings kurze Zeit später. Artem Dsijuba wurde im Strafraum gefoult und verwertete den verhängten Elfmeter selbst souverän zur Führung (73.). Völlig überraschend kam der Außenseiter aber noch zurück, gab quasi postwendend die richtige Antwort. Nach Dedov-Flanke köpfelte Alexandru Epureanu genau ins Eck ein (74.). Damit gab es im ersten direkten Pflichtspiel-Duell der beiden Mannschaften keinen Sieger.

Stammspieler geschont

"Leider haben wir zwei Punkte verloren", resümierte Capello nach der Partie enttäuscht. "Wir wussten, dass Moldawien kein leichter Gegner ist. Sie haben mit zehn Mann sehr gut verteidigt und schnell gekontert", sagte der Teamchef des WM-Gastgebers 2016. Capellos Experiment, gegen den Außenseiter einige Stammspieler zu schonen, ging gegen die mit fünf Russland-Legionären angetretenen Moldawier nach hinten los.

"Wir waren sehr gut organisiert. Hingabe und Fleiß haben uns das Unentschieden ermöglicht. In Zukunft wird sich auch die spielerische Qualität verbessern", sagte Moldawien-Teamchef Alexandru Kurteyan.

Liechtensteiner Mauer

Schweden gab sich erwartungsgemäß gegen Liechtenstein keine Blöße, siegte auch ohne Zlatan Ibrahimovic verdient mit 2:0 (1:0). Die ungeschlagene Truppe von Teamchef Erik Hamren war in der Friends Arena in Solna von Beginn an klar tonangebend. Die Liechtensteiner wurden in der eigenen Hälfte eingeschnürt, konnten sich kaum befreien, verteidigten allerdings auch geschickt. Die Führung der Hausherren kam deshalb nur etwas glücklich zustande. Ein Abschluss von Erkan Zengin wurde von Ivan Quintans unhaltbar ins eigene Tor abgefälscht (34.).

Quasi mit Wiederbeginn machte die Hamren-Truppe den Sack endgültig zu. Goalie Cengiz Bicer brachte den Ball bei einem Abschlag nicht weg und Jimmy Durmaz konnte das Leder zum 2:0 ins leere Tor befördern (46.). Die Schweden haben damit im direkten Duell mit Liechtenstein weiterhin eine weiße Weste, in der Qualifikation für die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz hatten sie zu Hause 3:1 und auswärts 3:0 gewonnen. Die Schweden (5), die am 15. November in Montenegro (4) zu Gast sind, sind damit punktgleich mit Russland, zwei Zähler fehlen auf das voran liegende ÖFB-Team (7). (APA, 12.10.2014)

Gruppe G:

Österreich - Montenegro 1:0 (1:0)
Wien, Tor: Okotie (24.)

Russland - Moldawien 1:1 (0:0)
Moskau, Tore: Dsijuba (73./Elfmeter) bzw. Epureanu (74.)

Schweden - Liechtenstein 2:0 (1:0)
Solna, Tore: Zengin (34.), Durmaz (46.)

  • Zu früh gefreut: Artem Dsijuba (Russland).
    foto: epa/maxim shipenkov

    Zu früh gefreut: Artem Dsijuba (Russland).

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