Muslime verurteilen auf Wiener Konferenz "Gewaltideologie"

12. Oktober 2014, 18:31
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"Der Missbrauch religiöser Termini und die Pervertierung religiöser Lehren" müssten entschieden zurückgewiesen und als solche entlarvt werden.

Wien - Islamische Geistliche und Experten aus der Balkanregion haben auf ihrer Wiener Konferenz "die Gewaltideologie und den Terrorismus von Extremisten, die Unheil und Verderben verbreiten" scharf verurteilt. In diesem Kontext der Schlusserklärung des Treffens wurden die "Daish" (" Islamischer Staat" / IS, Anm.), die Boko Haram und ähnliche Terrorgruppen genannt.

Deren "krasse Menschenrechtsverletzungen lassen sich mit nichts rechtfertigen", betonten die Konferenzteilnehmer, wie die Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGlÖ), Carla Amina Baghajati, mitteilte. "Der Missbrauch religiöser Termini und die Pervertierung religiöser Lehren" müssten entschieden zurückgewiesen und als solche entlarvt werden. Einig waren die Teilnehmer laut Baghajati auch, dass es nicht genüge, diese Verbrechen zu verurteilen, sondern dass aktives Handeln erforderlich sei. Gleichzeitig solle ein Generalverdacht gegen Muslime zurückgewiesen werden, ebenso wie Tendenzen, Muslime persönlich haftbar zu machen für Verbrechen, mit denen sie nichts zu tun haben.

Kritik am Islamgesetz

An der zweitägigen Konferenz nahmen die Großmuftis Serbiens, Kroatiens, Rumäniens, Montenegros, Mazedoniens und des Sandschak (mehrheitlich muslimische Region in Serbien) sowie hohe Vertreter der islamischen Gemeinschaften von Albanien, Bosnien, Bulgarien, Kosovo, Slowenien, Ungarn und Deutschland teil. Bei der Eröffnung Freitagabend waren Bundespräsident Heinz Fischer und IGGiÖ-Präsident Fuat Sanac - Letzterer sehr kritisch - auf das geplante neue Islamgesetz in Österreich eingegangen. (APA; red, DER STANDARD, 13.10.2014)

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