Wiener Diskothek nach Pfefferspray-Attacke evakuiert

12. Oktober 2014, 11:29
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Dutzende Besucher atmeten Reizstoff ein, zwei verletzten sich laut Rettung bei Räumung des Lokals

Wien - Die Großdiskothek "Prater Dome" in Wien-Leopoldstadt musste in der Nacht auf Sonntag evakuiert werden, nachdem Unbekannte Pfefferspray versprüht hatten. 37 Lokalbesucher wurden durch den Reizstoff beeinträchtigt, insgesamt acht Menschen nach dem Vorfall in einem Krankenhaus versorgt, berichteten Polizei und Rettungskräfte. Es gab eine Festnahme.

Der Pfefferspray sei auf einer Tanzfläche der Disco versprüht worden, berichtete Ronald Packert von der Wiener Berufsrettung, die mit zwölf Einsatzfahrzeugen und 30-köpfiger Mannschaft ausgerückt war. Der Betreiber des "Prater Dome" habe sofort nach dem Vorfall die Evakuierung des Lokals veranlasst, gemeinsam mit Polizeikräften sei eine Massenpanik unter den rund 1.600 anwesenden Gästen verhindert worden, sagte Polizeisprecherin Michaela Rossmann.

Leicht Verletzte

Im Gedränge zu den Ausgängen verletzten sich laut Packert zwei Menschen leicht: "Eine 34-jährige Dame hat sich durch Umknicken am rechten Bein eine Knöchelverletzung zugezogen, ein 28-jähriger Mann eine leichte Kopfverletzung." Sechs Personen mussten laut Berufsrettung nach Inhalation des Reizstoffs zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Laut Packert gab es aber nur Leichtverletzte. Weitere 21 Personen wurden nach ambulanter Betreuung durch die Notärzte und Sanitäter der Berufsrettung in häusliche Pflege entlassen.

Den Ermittlungen zufolge hatten Unbekannte kurz vor 2.00 Uhr den Reizstoff versprüht. In einem Klo des "Prater Dome" wurden zwei Pfefferspraygebinde sichergestellt. Während der Evakuierung fiel Polizisten ein betrunkener 22-Jähriger auf, der brüllte: "I bin für das verantwortlich." "Als ihn die Beamten ansprachen und nachfragten, was er da gesagt habe, wurde er plötzlich nervös, versuchte davonzulaufen und leistete Gegenwehr", sagte Rossmann.

Der 22-Jährige wurde deswegen zunächst wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt vorläufig festgenommen. Ob er tatsächlich mit dem Pfeffersprayeinsatz in Verbindung steht, war am Sonntagvormittag unklar. "Er wird im Laufe des Tages von Beamten des Landeskriminalamtes Wien Außenstelle Zentrum Ost einvernommen", berichtete die Polizeisprecherin. Zudem müssen Videoaufnahmen aus der Disco ausgewertet und jene 37 Menschen als Zeugen befragt werden, die den Pfefferspray aus nächster Nähe abgekriegt und daher womöglich auch etwas über den Verursacher des Vorfalls mitbekommen haben. (APA, 12.10.2014)

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