Montenegro "auch mit einem Unentschieden zufrieden"

11. Oktober 2014, 18:29
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Coach Brnovic erwartet Spiel auf Augenhöhe - Koller und Vucinic sind über Gegner-Spielanlage einig: Gut stehen und "Nadelstiche" setzen

Wien - Für Montenegros Fußball-Teamchef Branislav Brnovic gibt es im EM-Qualifikationsspiel am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) im Wiener Happel-Stadion gegen Österreich keinen echten Favoriten. Wie der 47-Jährige am Samstag unmittelbar vor dem Abschlusstraining der Gäste im Prater-Oval erklärte, treffen zwei Teams mit ähnlichem Leistungsvermögen aufeinander.

"Das ist ein Match auf Augenhöhe ohne klaren Favoriten. Jede Mannschaft hat Spieler, die eine Partie entscheiden können", betonte Brnovic. Österreichs Teamchef Marcel Koller hat noch einmal vor den Qualitäten des Gegners gewarnt. Das Balkan-Team habe große Qualitäten in der Defensive und sei vorne immer für ein Tor gut, betonte der Schweizer. Besonderen Respekt zeigte Koller vor Montenegros Angriffsduo Mirko Vucinic/Stevan Jovetic. "Das sind absolute Top-Spieler, die ein Match alleine entscheiden können. Sie sind eine echte Waffe für die Montenegriner."

Montenegro wird auf die Null spielen

Der ÖFB-Nationaltrainer rechnet mit einem eher defensiv eingestellten Gegner - daran werde wohl auch das 0:0 der Montenegriner am Donnerstag in Liechtenstein nichts ändern, vermutete Koller. "Es sind erst zwei Spiele gespielt, da denke ich nicht, dass sie gleich alles auf eine Karte setzen und nach vorne stürmen werden. Ich würde das auch nicht machen. Sie werden wahrscheinlich versuchen, aus einer gesicherten Abwehr heraus Nadelstiche zu setzen."

Das bestätigte Montenegro-Kapitän Mirko Vucinic später fast wortgleich. Ihm liegt die Nullnummer von Vaduz noch immer im Magen. "Wir hoffen, dass wir dieses Resultat am Sonntag wieder gutmachen können", erklärte der Stürmer und gab Einblicke in die zu erwartende Taktik seiner Truppe: "Wir wollen gut verteidigen und vorne Nadelstiche setzen."

Hinteregger fit, Stürmerposition noch nicht besetzt

Wer für den gesperrten Marc Janko die Mittelstürmer-Position einnehmen wird, ließ der Teamchef einmal mehr offen. Die Entscheidung werde er wohl erst am Spieltag treffen. "Da werde ich auch mein Gefühl spielen lassen", sagte Koller, der wieder auf Martin Hinteregger setzen kann. Der zuletzt an Knieproblemen laborierende Salzburg-Innenverteidiger sollte beim Abschlusstraining am Samstagabend wieder voll einsteigen können.

Kollers Kapitän Christian Fuchs ist auf einen harten Arbeitstag gegen Montenegro eingestellt. "Aber man spürt nach dem Sieg in Moldawien, dass unser Selbstvertrauen gewachsen ist. Dieses Match hat gezeigt, dass wir als Mannschaft gereift sind."

Brnovic setzt auch auf das Rückspiel

Der montenegrinische Teamchef hat die Partien der ÖFB-Auswahl gegen Schweden (1:1) und Moldawien (2:1) genau analysiert. "Aber unsere Schlüsse über Stärken und Schwächen der Österreicher behalten wir für uns", sagte Brnovic. "Wir wären auch mit einem Unentschieden zufrieden, denn wenn wir Österreich dann zu Hause schlagen, haben wir uns in den direkten Duellen einen Vorsprung verschafft."

Während die ÖFB-Equipe am Donnerstag durch den hart erkämpften Erfolg in Moldawien Moral tankte, blamierten sich die Montenegriner mit einem 0:0 in Liechtenstein. "Doch ich bin zuversichtlich, dass uns diesmal ein Tor gelingt. Wir glauben weiterhin an die Chance, bei der EM dabei zu sein", meinte Brnovic. (red/APA, 11.10.2014)

  • Montenegro steht nach der Enttäuschung in Liechtenstein in Wien schon etwas unter Druck.
    foto: apa

    Montenegro steht nach der Enttäuschung in Liechtenstein in Wien schon etwas unter Druck.

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