Hunderte demonstrieren gegen TTIP in Wien

11. Oktober 2014, 16:31
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Demonstranten wenden sich gegen die geplanten Freihandels- und Investitionsabkommen mit den USA und mit Kanada

Wien - In Wien haben am Samstag mehre hundert Demonstranten gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA protestiert. Unter dem Motto "transatlantische Partnerschaft sieht anders aus!" taten laut Polizei zum Demostart bis zu 1.000 Demonstrierende ihren Protest lautstark kund, laut Veranstaltern wuchs die Zahl auf 2.500 an.

Die Demonstranten befürchten, dass durch Investorenschutzklauseln bei den Freihandelsabkommen mit den USA bzw. Kanada das staatliche Souverän - vor allem der Sozialstaat europäischer und österreichischer Prägung- wegen Konzernklagsrechten vor Schiedsgerichten ausgehöhlt werden könnte. "Konzernmacht gefährdet Menschenrecht", war auf vielen Transparenten zu lesen, oder auch "kipp das TTIP!".

"Der heutige Aktionstag zeigt, das die Menschen der EU die Abkommen nicht wollen und dafür europaweit auf die Straße gehen", sagte David Walch von der globalisierungskritischen NGO "Attac", die die Veranstaltung mitorganisierte.

FPÖ-Nationalratspräsident und Grüne bei der Demo

Von den Parlamentsparteien zollte der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) den Demonstranten seinen Respekt. Der Aktionstag zeige, dass die Gesellschaft mitreden wolle. Auch die Grünen unterstützten die Demos und traten teils auch als Redner auf.

Gegen die geplanten Freihandels- und Investitionsabkommen TTIP (mit den USA) und CETA (mit Kanada) aber auch gegen das Dienstleistungsabkommen TiSA (Trade in Services Agreement; Abkommen über Öffnung des Handels mit Dienstleistungen, beteiligt sind 21 Staaten sowie die EU mit 28 Mitgliedern) demonstriert wurde in Österreich neben der Kundgebung in Wien auch in Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt und Eisenstadt. In Wiener Neustadt, Mondsee, Freistadt und Lienz gab es laut Veranstaltern ebenfalls Aktionen. (APA, 11.10.2014)

  • Proteste in Wien
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Proteste in Wien

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