Neue Snowden-Leaks: NSA schleust Agenten in ausländische Firmen ein

11. Oktober 2014, 16:18
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Weiters werden Postsendungen manipuliert - Kooperationen mit Unternehmen

Die NSA soll in den USA, Deutschland, China und Südkorea verdeckt arbeitende Agenten in Firmen und anderen Einrichtungen eingeschleust haben. Dies geht aus neuveröffentlichten Snowden-Dokumenten hervor, deren Erkenntnisse auf theintercept.com veröffentlicht wurden. Ziel der Undercover-Agenten war es unter anderem, Netzwerke so zu manipulieren, dass die NSA darauf zugreifen konnte.

Auch bei Kommunikationsfirmen

Weiters wurden NSA-Mitarbeiter bei Kommunikationsfirmen eingeschleust, um sensible Daten zu stehlen oder ebenso beim Zugriff von außerhalb mitzuhelfen. Ferner waren auch Undercover-Agenten tätig, um die Verschlüsselung von Firmen in besagten Ländern auszuhebeln. Laut den Autoren soll nur ein sehr kleiner Personenkreis über den vollen Umfang des Programms informiert gewesen sein, dieses wurde allerdings mit weiteren US-Behörden wie der CIA oder dem FBI aufgezogen.

Postsendungen werden manipuliert

Aus dem Bericht geht weiters hervor, dass die NSA auch offenbar Agenten in den Zielländern stationiert haben soll, die beispielsweise Postsendungen abfangen, um die darin enthaltene Netzwerktechnik zu manipulieren. Dies deckt sich mit bisherigen Enthüllungen von Journalist Greenwald, der aufdeckte, dass die NSA Postsendungen mit Cisco-Routern abfängt und manipuliert.

Kooperation mit ausländischen Firmen

Schließlich sollen ausländische Unternehmen laut dem Artikel auch mit der NSA kooperieren. Diese Firmen helfen der US-Behörde dabei, Geräte und Produkte für die Überwachung nutzbar zu machen. Namen der Unternehmen und Umfang der Kooperation wurden nicht genannt, auch herrscht Unklarheit darüber, ob die Regierungen davon wussten.

Dokumentation über den Whistleblower

Eine der Autoren des Berichts auf theintercept.com ist übrigens Laura Poitras, eine preisgekrönte Dokumentarfilmerin, die von Snowden selbst 2013 kontaktiert wurde und eine Doku namens "Citizenfour" über den Whistleblower gedreht hatte. Diese erscheint im Oktober in den US-Kinos. (dk, derStandard.at, 11.10.2014)

  • Die neue Dokumente stammen aus den Core Secrets, der obersten Geheimhaltungsstufe.
    foto: screenshot/webstandard

    Die neue Dokumente stammen aus den Core Secrets, der obersten Geheimhaltungsstufe.

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