Erdogan reagiert unbeeindruckt auf Kurdenproteste

10. Oktober 2014, 16:38
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Türkischer Präsident sieht Assad und IS-Terrormiliz gleichermaßen als "Terroristen"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die syrische Staatsführung und die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) als "Terrororganisationen" auf eine Stufe gestellt. Syriens Machthaber Bashar al-Assad sei ein "Mörder" und verantwortlich für "Staatsterrorismus" in seinem Land, sagte Erdogan am Freitag in einer Rede vor tausenden Anhängern in der Schwarzmeerstadt Trabzon.

Zuvor hatte schon der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu den IS und Assad gleichermaßen verantwortlich gemacht für das anhaltende Blutvergießen in Syrien und für die Vertreibung von Millionen Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland.

Keine Kursabweichung wegen Straßenprotesten

Erdogan äußerte sich in seiner Rede auch zu den prokurdischen Demonstrationen in zahlreichen türkischen Städten. "Ich habe meinen Kopf riskiert im Friedensprozess" mit den Kurden in der Türkei, sagte der Präsident. "Und ich werde dafür kämpfen bis zum letzten Atemzug. Weil ich weiß, dass diese Nation hinter uns steht."

Die Regierung in Ankara verhandelt seit knapp zwei Jahren mit der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) über eine friedliche Beendigung des Kurdenkonflikts, in dem mehr als 40.000 Menschen getötet wurden. Belastet wird das Gesprächsklima seit einigen Tagen von prokurdischen Proteste, bei denen nach Regierungsangaben mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden sind.

"Die Türkei ist kein Land, dass seine Innen- oder Außenpolitik an den gewaltsamen Handlungen von Strolchen und Terroristen ausrichtet", sagte Erdogan dazu. Und die Türkei sei auch "kein Land, das aus Angst vor Straßenprotesten von seinem Kurs abweicht". (APA, 10.10.2014)

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