Zeitgeschichte entlang der ehemaligen deutschen Grenze erwandern

Ansichtssache16. Oktober 2014, 10:57
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Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Unzählige Besucher zieht es seither zu den Mauerresten in der deutschen Hauptstadt. Weniger bekannt sind die Wanderwege entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze: Der Hochrhöner, der Harzer-Hexen-Stieg und der Kammweg Erzgebirge Vogtland sind drei Strecken, die auch zu zeitgeschichtlich interessanten Zielen führen. Alte Wachtürme und Überreste der Grenze bringen einem historische Ereignisse näher und erzählen von der Teilung Berlins, dem kalten Krieg und der Friedlichen Revolution.

Die drei Wege gehören zu den "Top Trails of Germany", einem Zusammenschluss der schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Sie werden vom Deutschen Wanderinstitut ausgewählt und müssen den Kriterien einer lückenlosen Markierung und einer besonders sehenswerten Streckenführung entsprechen.

Durch das Mittelgebirge Rhön zieht sich auf 180 Kilometern der Wanderweg Hochrhöner. Man spaziert durch die Bundesländer Thüringen, Hessen und Bayern entlang unberührter Natur und geschichtsträchtiger Orte.

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foto: top trails of germany

Der Hochrhöner bietet viele Touren, die an ehemaligen Grenztürmen, Mahnmalen oder Mauerresten vorbeiführen. Dieser Grenzwachturm befindet sich auf dem Ellenbogen, einem 813 Meter hohen Berg im thüringischen Teil der Rhön.

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foto: top trails of germany

Ein interessanter Streckenabschnitt des Hochrhöner ist der Point-Alpha-Weg. Er ist 14 Kilometer lang und führt zur "Grenzbegegnungsstätte" Point Alpha, einem der zentralen Grenzpunkte im Kalten Krieg. Heute kann man hier nicht nur Teile der ehemaligen Grenze besichtigen, sondern auch ein Museum über den Ort besuchen.

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Der Kammweg Erzgebirge-Vogtland führt - in Anlehnung an den historischen "Blauen Kammweg", der seit 1904 überwiegend auf dem tschechischen Teil des Gebirges verlief - über die höchsten Gipfel der Gegend, wie den Auersberg (1019 m), den Fichtelberg (1215 m) und den Topasfelsen Schneckenstein (883 m). Der Weg geht in Teilen entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs, der sich heute zum Grünen Band, einem Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten, entwickelt hat.

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Insbesondere auf den letzten beiden Etappen des Kammwegs zwischen Burgsteingebiet und Blankenstein findet man Reste der ehemaligen Grenzbefestigung, den Grenzbahnhof und das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth.

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Der Harzer-Hexen-Stieg durchquert verschiedene Landschaften des Harzes. Es geht vorbei an historischem Bergbau, Moorlandschaften, Teichen und Gräben sowie felsigen Schluchten und weiten Aussichten.

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Das Grüne Band verläuft auch durch die Harzer Landschaft und kreuzt dabei an einigen Stellen den Harzer-Hexen-Stieg. Immer wieder trifft man auf Markierungen, die an die innerdeutsche Grenzöffnung erinnern. (Britta Breuers, derStandard.at, 16.10.2014)

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