Anleger flüchten aus Aktienmärkten

10. Oktober 2014, 15:03
140 Postings

Die Wiener Börse verzeichnet noch deutlichere Abschläge als das schwache europäische Börsenumfeld

Wien - Die Börsen haben wieder den Blues. Nicht nur aus Furcht vor einbrechenden Unternehmensgewinnen sind Anleger am Freitag in Scharen aus den internationalen Aktienmärkten geflohen.

Nachdem die Leitbörsen in Fernost kräftige Verluste eingefahren haben, sind auch Europas Leitbörsen deutlich im Minus. Der deutsche Leitindex Dax fiel zeitweise auf ein Zwölfmonatstief von 8.788,21 Punkten. "Es graut jedem vor der anstehenden Quartalssaison", sagte ein Börsianer. "Von Panik sind wir aber noch weit entfernt", betonte ein anderer Aktienhändler. Der deutsche Leitindex büßte bis zu 2,4 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seit der Krim-Krise im Frühjahr. Der EuroStoxx50 büßte am Freitag 1,3 Prozent auf 3.004 Zähler ein. Noch schwächer notierte der heimische Leitindex ATX. Im Mittagshandel lag der wichtigste heimische Leitindex um über zweieinhalb Prozent im Minus. Zuletzt konnte er die Verluste wieder etwas eingrenzen.

Grund für die erneuten Verluste sind auch die schwachen Vorgaben aus Übersee. Am Vorabend ist der Dow Jones um rund zwei Prozent eingebrochen und hatte am Morgen sämtliche relevanten asiatischen Aktienmärkte erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

US-Zinswende im Blick

An der Wall Street hatten am Vorabend Aussagen von James Bullard, dem Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, die Stimmung getrübt. Der Notenbanker stellte klar, dass er eine erste US-Leitzinserhöhung weiterhin im ersten Quartal 2015 erwarte. "Die Märkte machen einen Fehler, wenn sie die Zinsprojektionen der Fed ignorieren", sagte Bullard am Donnerstag. Zuletzt hatten Marktbeobachter darauf spekuliert, dass sich die Zinswende noch länger verzögern könnte.

Auch die jüngst veröffentlichten Konjunkturdaten konnten die Stimmung nicht steigern. Die italienische Industrieproduktion hat im August etwas weniger zugelegt als erwartet. Sie sei nur um 0,3 Prozent und nicht wie erwartet um 0,5 zum Vormonat gestiegen, teilte das Statistikamt Istat mit. Unterdessen lag die französische Industrie auf dem Niveau des Vormonats. Erwartet war hier ein Rückgang um 0,3 Prozent. Die deutsche Produktion war dagegen um vier Prozent und damit so kräftig wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr eingebrochen. (red, derStandard.at, 10.10.2014)

Share if you care.