Wandern in Salzburg: Aussichtsreiche Mugeln

10. Oktober 2014, 16:02
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Der Große und der Kleine Barmstein bei Hallein sind nicht viel mehr als große Mugel. Unterschätzen sollte man den anstregenden Aufstieg dennoch nicht

Jeder, der schon einmal auf den Halleiner Barmsteinen gestanden ist, weiß, dass sie zu den alpinen "Leckerbissen" gehören. Trotz ihrer geringen Höhe bieten sie grandiose Ausblicke auf das Salzachtal und auf die umliegenden Berge. Der Aufstieg ist nicht lang, aber anspruchsvoll. Wem die Gipfel zu schwierig sind, kann sie einfach auslassen.

Auch Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten: Im Herbst schillert der Wald in seiner ganzen Pracht, am Wegesrand wachsen Mehlbeeren und der Hirschzungenfarn. Nur selten bekommt man Kreuzottern zu Gesicht.

foto: birgit eder
Der Tiefblick auf Hallein und das Salzachtal ist beeindruckend.

Wir starten direkt vom Parkplatz bei der Brauerei Kaltenhausen – hier befindet sich auch die Bushaltestelle – in Richtung Barmsteine. Wir folgen den Schildern des Weges Nummer 459b, deren Angaben zu den Gehzeiten sich eher an sportliche Wanderer richten. Auf einer Schotterstraße geht es aufwärts, vorbei an einem mit wildem Wein bewachsenen Haus, immer den sehr auffälligen Markierungen nach; gleich danach in den Wald nach links und kurz darauf nach rechts.

Rutschige Passagen

Es wird steiler, wir überwinden schnell Höhenmeter. Nach rund 30 Minuten gelangt man auf den Weg Nr. 459, dem wir nach links folgen. Bei der Abzweigung zum Großen Barmstein (851 Meter) entscheiden wir uns – trotz eines sehr rutschigen Steigs – über die seilgesicherte Steilstufe auf den Gipfel zu gehen. Die schwierigsten Passagen sind jene über glitschige Wurzeln und durch Matsch, der von einem recht feuchten Sommer zeugt. Der Ausblick vom Gipfel ist aber grandios, die Mühen des Aufstiegs sind rasch vergessen.

Zurück geht es auf dem Hauptweg, zuerst aufwärts und dann auf relativ gleichbleibender Höhe immer weiter. Sobald man auf einen breiten Weg stößt – direkt bei einem Hirschgehege – beginnt der Aufstieg auf den Kleinen Barmstein (841 Meter), der im Gegensatz zum "Großen Bruder" durchgehend gesichert ist.

Bei einem markanten Felsspalt öffnet sich der Blick erstmals ins Salzachtal und nach Hallein. Vom Gipfel hat man ein sagenhaftes Panorama. Besonders der Blick zurück auf den Großen Barmstein ist grandios.

Befestigung gegen Bayern

Zurück beim Hirschgehege folgen wir dem Weg bis zum Café Barmstein, wo man hausgemachten Kuchen auf der Terrasse genießen kann. Danach führt der Weg nochmals kurz aufwärts und dann fast eben bis zur Türndl-Ruine, einer Befestigungsanlage gegen die Bayern aus dem 13. Jahrhundert – unbedingt anschauen!

Ab hier geht es nur noch bergab, vorbei an einem frischen Kahlschlag. Unten auf der Dürnbergstraße nach links – Bushaltestelle – und kurz vor der Tunnelgalerie nach rechts abwärts in die Innenstadt. Beim nächsten Querweg links – Sackgasse nur für Autos -, dann wieder links weiter auf den Stadtplatz. Immer in die gleiche Richtung bis zur Salzach, dort über den Radweg nach Kaltenhausen zurück. Beim Salzachsteg verlassen wir den Radweg und kehren auf die Zufahrtsstraße Kaltenhausen zurück. (Birgit Eder, DER STANDARD, 11.10.2014)

karte: der standard

An- und Abreise: Bahn/Bus: Hinweg: vom Bahnhof Hallein Bus Nr. 170 (immer um 3 und 33 Minuten nach der vollen Stunde) bis nach Kaltenhausen. Rückweg: Haltestelle Fuchsturm (direkt beim Wanderausstieg) mit Bus Nr. 41 (immer um 19 nach) oder zu Fuß zum Bahnhof. Auto: A10 Tauernautobahn, Ausfahrt Hallein, Richtung Zentrum, über die Perner Insel auf die B159 nach Kaltenhausen. Gebührenfreier Parkplatz, direkt bei der Brauerei, auf der linken Seite.

Einkehr: Brotzeitstüberl "Bamstoa", Montag und Dienstag Ruhetag; Gasthöfe und Cafés in Hallein, Brauerei Kaltenhausen.

Schwierigkeiten: Die Wege führen durch steile Wälder, entlang von schmalen Steigen, die zum Teil mit Seilen versichert sind. Der Aufstieg auf den großen Barmstein ist wenig gesichert und sehr rutschig. Der Kleine Barmstein ist durchgehend mit Seilen oder Holzkonstruktionen gesichert. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt gefragt. Die Gehzeiten auf den Schildern sind verwirrend und knapp bemessen.

Karte: Kompass WK 15, Tennengebirge / Hochkönig, 1:50.000

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