Schwere Hygienemängel bei Wellnesshotel-Pools

10. Oktober 2014, 10:03
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Die Wasserqualität von zwei Drittel der Hotelpools lässt sehr zu wünschen übrig. Der Relax Guide-Herausgeber sieht gar "akute Infektionsgefahr"

In fast zwei Drittel der Pools von Wellnesshotels entspricht die Wasserqualität nicht den Hygienevorschriften. Bei einem Test des Wellnesshotel-Führers "Relax Guide" wurden von 64,6 Prozent die vorgeschriebenen Werte verfehlt. Für die Badegäste ist das nicht ganz ungefährlich: "Werden die Toleranzen überschritten, so besteht akute Infektionsgefahr", warnte Herausgeber Christian Werner.

Proben in Deutschland und Österreich

Für die Tests wurden anhand von 2.450 Einzelmessungen 615 Pools in Deutschland und Österreich durchleuchtet. "Bei jenen 84 Becken, die im Zeitraum April bis Juni 2014 getestet wurden, entsprachen 64,6 Prozent der Poolwässer nicht den Vorschriften, die davor gezogenen Proben waren noch schlechter", sagt Werner.

Im Ranking der Pooltypen schnitten Saunatauchbecken am schlechtesten ab. "Kein einziges der 19 getesteten entsprach den Standards", kritisierte Werner. An zweitletzter Stelle lagen Innenwhirlpools, wo zehn Prozent über entsprechend sauberes Wasser verfügten. Außenwhirlpools schnitten eine Spur besser ab. "Im Durchschnitt ist die Situation in Hallenbädern deutlich besser als jene in Freibecken", sagt Werner.

Morgens schlechteste Wasserqualität

Die besten Werte wiesen Hotelpools übrigens in der Zeit zwischen 11.30 und 14.00 Uhr auf. "Es hat sich gezeigt, dass morgens die schlechteste Wasserqualität vorzufinden war. Und zwar deshalb, weil entweder die Chlorvorräte aufgebraucht waren oder die Anlagen offensichtlich über Nacht abgeschaltet wurden, um Strom, Frischwasser und Chlor zu sparen", meinte Werner.

Die Basis der Tests bildete die 2012 novellierte Bäderhygieneverordnung. Gemessen wurden der Gehalt an freiem und gebundenem Chlor sowie der pH-Wert. Zusätzlich wurde auch die Leitfähigkeit als Indikator für die Frischwasserzufuhr untersucht. "Nur innerhalb der festgeschriebenen Bereiche besteht ein chemisches Milieu, in dem sich Keime nicht vermehren können. Werden diese Toleranzen überschritten, etwa durch mangelnde Wartung, so besteht für die Badegäste akute Infektionsgefahr", sagt der "Relax Guide"-Herausgeber. (APA, derStandard.at, 10.10.2014)

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