Ablöse des OMV-Chefs: Aufatmen mit Anlauf

Kommentar9. Oktober 2014, 17:20
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In der OMV-Zentrale dürften nach der Entscheidung die Sektkorken geknallt haben

Österreicher mit Verantwortung. So hat die OMV, als sie noch ÖMV hieß, oft für ihr Image geworben. Dessen hat sich die Beteiligungsholding ÖIAG, die für die Republik die 31,5-Prozent-Beteiligung an Österreichs größtem Industrieunternehmen hält, offenbar besonnen. Nach jahrelangem Zusehen und monatelangem Rumgemurkse soll nun reiner Tisch gemacht werden.

OMV-Boss Gerhard Roiss, dessen Vertrag erst im September des Vorjahres nach ungewöhnlich langem Tauziehen bis März 2017 verlängert wurde, muss nun doch vorzeitig den Platz räumen und spätestens bis zur Jahresmitte 2015 gehen. Schon mit Jahreswechsel wird Hans-Peter Floren weichen. Der etwas unterkühlt wirkende, wegen seiner Sachkenntnis aber reihum respektierte Deutsche verantwortet im OMV-Vorstand das mehr als schwierige Gasgeschäft. Reihum stimmt nicht ganz. Denn zwischen Roiss und Floren sollen wiederholt die Fetzen geflogen sein, wie Insider berichten. Spätestens als öffentlich wurde, dass Roiss die Ablöse von Floren betreibt, half kein Kitt mehr, das zerrüttete Verhältnis zu flicken.

In der OMV-Zentrale dürften nach der ÖIAG-Mitteilung über die Präsidiumsentscheidung in nicht wenigen Abteilungen die Sektkorken geknallt haben, beim Syndikatspartner Ipic in Abu Dhabi wird man zumindest tief durchgegeatmet haben. Mit Roiss und seiner aufbrausenden Art kam man auch im Scheichtum immer weniger klar. (Günther Strobl, DER STANDARD, 10.10.2014)

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