Oberösterreich geht gegen islamistische Radikalisierung vor

10. Oktober 2014, 06:59
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Neues Netzwerk zur Prävention: Betroffene sollen "vor einem Abgleiten" erreicht werden

Linz – Jugendliche, die in den Krieg ziehen wollen oder Moscheen, in denen mitunter radikale Prediger auftreten – auch in Österreich versuchen IS-Terroristen, junge Leute für ihre Zielsetzungen anzuwerben. Mit einem Netzwerk zur Deradikalisierung und Prävention reagiert nun Oberösterreich auf dieses Phänomen.

Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) plant ein Netzwerk unter anderem für Information, Prävention und mit Ansprechstellen – mit dem Ziel, Betroffene "vor einem Abgleiten" zu erreichen. Radikalisierungen hätte ihren Ursprung nicht im muslimischen Glauben, sondern "im Gefühl des Nichtdazugehörens, des Nichtwillkommenseins und vor allem in der erlebten Perspektivenlosigkeit", ist Jahn überzeugt. Deshalb sei das Problem nur in dieser Breite mit den zahlreichen Mitwirkenden in Oberösterreich zu lösen.

Bilden wird sich das Netzwerk daher unter anderem aus der Islamischen Religionsgemeinschaft, der Polizei und im Besonderen dem Verfassungsschutz, dem Landesschulrat, Integrationsstellen und Streetworkern. Konkret überlegt etwa die Landespolizeidirektion, Informations- und Präventionsveranstaltungen für ihre Mitarbeiter abzuhalten, weiters sollen konkrete Ansprechstellen für Informationsweitergabe und Verdachtsmomente geschaffen werden. Der Landesschulrat will ein Konzept speziell für Schulen ausarbeiten, um Radikalisierungsprozesse zu erkennen. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 10.10.2014)

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