Zustand der an Ebola erkrankten Pflegerin verschlechtert

9. Oktober 2014, 15:53
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Nun schon sieben Menschen in Spanien unter Quarantäne - Patient in Leipzig in "extrem kritischen Zustand"

Freetown/Conakry/Monrovia - Der Zustand der mit dem Ebola-Virus infizierten spanischen Krankenpflegerin hat sich verschlechtert. Dies teilte am Donnerstag die Madrider Klinik "Carlos III." mit, in der die 44-Jährige behandelt wird. "Ihr Zustand hat sich verschlechtert, weitere Angaben kann ich nicht machen", sagte ein Krankenhaussprecher. Die Patientin wolle nicht, dass Informationen über sie verbreitet würden.

Teresa Romero ist der erste Mensch, der sich in Europa mit dem Virus infiziert hat. Sie arbeitete in der Klinik "Carlos III.", in der im August und September zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola gestorben waren. Mit der gefährlichen Seuche infizierte sie sich ersten Erkenntnissen zufolge offenbar, weil sie beim Ablegen ihrer Schutzkleidung ihr Gesicht unbeabsichtigt mit einem womöglich infizierten Arbeitshandschuh berührte.

Wegen der Erkrankung von Romero sind inzwischen sieben Menschen in Quarantäne genommen worden, unter ihnen ihr Ehemann sowie weitere Klinikmitarbeiter. Bei ihnen wurde das Virus bisher aber nicht bestätigt. Ungeachtet der Proteste von Tierschützern wurde zudem der Hund der Krankenpflegerin von den Behörden eingeschläfert.

"Extrem kritischer Zustand" bei UN-Mitarbeiter

Auch der Ebola-Patient aus Westafrika, der in Deutschland behandelt wird, befindet sich nach Angaben seiner Leipziger Ärzte in einem "extrem kritischen Zustand". Der 56-jährige Sudanese erscheine aber stabil, was bei der Krankheit in den ersten fünf bis sechs Tagen häufig der Fall sei, sagte Oberarzt Thomas Grünewald vom Klinikum St. Georg, wo er Mann seit Donnerstag behandelt wird.

Es gehöre zum Krankheitsverlauf, dass sich meist ab dem achten Tag der Zustand massiv verschlechtere, was zwei bis vier Wochen andauern könne. Wie Grünewald sagte, steckte sich der Mann in Liberia an, wo er an Hilfsprojekten für Ebola-Infizierte mitarbeitete. Was genau zur Ansteckung geführt habe, sei noch nicht geklärt. Dem Mediziner zufolge traten die ersten Symptome am 3. Oktober auf, zwei Tage später sei die Diagnose Ebola gestellt worden.

Mit Ambulanzflugzeug nach Leipzig

Der UN-Mitarbeiter war am frühen Morgen mit einem Ambulanzflugzeug in Leipzig gelandet und begleitet von Polizei in die Sonderisolierstation am Klinikum gebracht worden. Aus dem Flugzeug konnte er selbst zum Rettungswagen laufen.

Ein zugelassenes Medikament oder eine Therapie gegen die Seuche gibt es nicht. Nach Angaben von Klinikleiter Bernhard Ruf stehen dem Behandlungszentrum aber experimentelle Medikamente zur Verfügung, die in ersten Untersuchungen wirksam gewesen seien.

Es handelt sich um den dritten Ebola-Patienten aus der Krisenregion, der in Deutschland behandelt wird. Ein Patient in Hamburg hat die Klinik nach fünf Wochen geheilt verlassen. Der Zustand eines Patienten in Frankfurt ist nicht bekannt. Dem bisher schwersten Ebola-Ausbruch sind nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation fast 4.000 Menschen zum Opfer gefallen. (APA/AFP, 9.10.2014)

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