Biografiespiel für mehr Lebensqualität

14. Oktober 2014, 15:42
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Die Fachhochschule Campus Wien entwickelt mit ovos media und anderen Partnern ein Serious Game für die Generation 50plus

Mit "Lebensnetz" wurde ein FFG-gefördertes Projekt (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) erfolgreich abgeschlossen, dessen Ergebnisse Menschen helfen, die Aufarbeitung des eigenen Lebens zu unterstützen. Gemeinsam mit ovos media und anderen externen PartnerInnen entwickelte die FH Campus Wien (Studiengang Health Assisting Engineering) ein Serious Game für die Generation 50plus. Gemeinsam mit Unternehmen entwickelt die Fachhochschule Produkte, die die Lebensqualität älterer Menschen verbessern.

So wie "Lebensnetz" - eine Tablet Applikation gegen das Vergessen und für das Erinnern. In aktivierender Weise befassen sich die Spielerinnen und Spieler mit ihrem Leben und beziehen ihr soziales Umfeld mit ein.

Erfasst werden biografische Daten wie Erinnerungen, Stammbäume, Lebensläufe, Fotos und Geschichten. Diese fließen in Spielanwendungen wie Glücksrad oder Memory mit Fotos von Verwandten ein. Auf diesem Weg wird den Spielerinnen und Spielern ermöglicht, ihr geistiges, körperliches und soziales Wohlbefinden zu erhalten und zu verbessern.

Biografiearbeit, die Kommunikation fördert

"Die eigene Biografie zu erforschen ist ein wichtiger Aspekt des Lebens, wenn Menschen älter werden", so Tanja Stamm, Leiterin des Studiengangs Health Assisting Engineering. "Lebensnetz" ermögliche Biografiearbeit als ernsthaftes Computerspiel, bei dem aber auch der Spaß nicht zu kurz komme. So sollen Familiengeschichten erzählt und die Kommunikation zwischen den Generationen gefördert werden.

Im Rahmen des zweijährigen Kooperationsprojekts wurde ein Prototyp des Spiels entwickelt. Den Ausgangspunkt bildete eine Bedarfserhebung mit Anwendern, Angehörigen und Gesundheitsexperten. Die im Projekt entwickelte Applikation ist für Tabletcomputer optimiert. Der fertige Prototyp wurde abschließend Benutzertests unterzogen und evaluiert.

Interdisziplinärer Beteiligung

An dem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützten Projekt beteiligten sich unter der Leitung von ovos media neben der FH Campus Wien auch das Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU Wien, die Caritas der Erzdiözese Wien, die Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen, die PlanSinn GmbH und Heinrich Hoffer.

Jörg Hofstätter, Managing Partner ovos media gmbh, erklärt seine Motivation für das Projekt so: "Die Biografie jedes Menschen ist einzigartig und bemerkenswert, nicht nur jene von bekannten Persönlichkeiten. Jeder Mensch sollte sein Leben dokumentieren und für Familiengenerationen erfahrbar machen. Bei einem so facettenreichen und komplexen Projekt wie "Lebensnetz" ist es ein Muss, unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Gerade die medizinisch-therapeutische Perspektive von Tanja Stamm und ihrem Team war enorm wichtig", lobt der Projektleiter die Zusammenarbeit. Das F&E-Projekt sieht der Unternehmer als ersten Schritt auf dem Weg zur Marktreife: "Das Projekt wird derzeit verschiedenen Investoren und möglichen Projektpartnern präsentiert, um die Finanzierung einer marktreifen Version zu sichern. In einer nächsten Phase ist dann der internationale Roll-out geplant", so Hofstätter. (red, derStandard.at 14.10.2014)

Das Masterstudium Health Assisting Engineering ist ein interdisziplinäres Studium an der Schnittstelle von Gesundheit und Technik. Es richtet sich an AbsolventInnen der Bachelorstudien Physiotherapie, Ergotherapie sowie Gesundheits- und Krankenpflege ebenso wie an TechnikerInnen aus Studiengängen im Elektronik- und IT-Bereich. Ziel des innovativen zweijährigen Studiums ist es, technische Produkte, Applikationen und Dienstleistungen zu entwickeln, die die Selbstständigkeit und Lebensqualität von Menschen erhalten oder verbessern.

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