Trakl-Preis für bildende Kunst an Daniel Domig

9. Oktober 2014, 20:00
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Dem Künstler gelinge es, mit schnellem und leichtem Pinsel auf die Gedichte und die Biografie Trakls einen visuellen Kommentar zu finden

Salzburg - Der mit 4.000 Euro dotierte Georg-Trakl-Preis für bildende Kunst geht 2014 an den in Hallein bei Salzburg aufgewachsenen Künstler Daniel Domig. Die Arbeiten des 31-jährigen Domig wurden aus 30 Einreichungen wegen ihrer "medialen Vielfalt" ausgewählt. Zu sehen sind die preisgekrönten Kunstwerke als Teil der aktuellen Trakl-Ausstellung in der landeseigenen Galerie im Traklhaus.

Die Jury, bestehend aus Christian Ludwig Attersee, dem Verleger Jochen Jung und der Direktorin des Dommuseums in Wien, Johanna Schwanberg, begründete ihre Entscheidung für Domig so: "Dem Künstler gelingt es, mit schnellem und leichtem Pinsel auf die Gedichte und die Biografie Georg Trakls einen visuellen Kommentar zu finden, ohne zu illustrieren. Die Arbeit überzeugt aufgrund ihrer medialen Vielfältigkeit, einer Mischung aus Malerei, Zeichnung, Text, Film und Ton. Zu den wesentlichen Merkmalen dieses Kunstwerkes gehören eine starke Rhythmik, farbliche Reduktion, ein Verhältnis zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit sowie eine Offenheit und Vergänglichkeit. Der Künstler bricht die Ernsthaftigkeit, die mit dem Spätwerk von Georg Trakl verbunden ist, durch ironische Akzente, wie bereits der Titel 'Dear Mr. Grodek' zeigt."

Daniel Domig wurde 1983 im kanadischen Vancouver geboren. Von 2001 bis 2006 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo er heute auch lebt und arbeitet. 1999 war er Stipendiat der Internationalen Sommerakademie in Salzburg. Bereits 2005 und 2007 wurde er vom Land Salzburg gefördert - so war er mit einem Atelierstipendium des Landes Salzburg in Chicago und dann in Paris.

Die Ausstellung anlässlich des 100. Todestages von Georg Trakl (1887-1914) ist noch bis Samstag, 8. November, zu sehen. Sie zeigt Arbeiten von 32 Künstlern, die sich mit dem dichterischen Werk von Georg Trakl auseinandergesetzt haben. Die Techniken reichen dabei von Zeichnung und Malerei bis zu Skulptur, Installationen, Videos und Performance. (APA, 9.10.2014)

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