Juncker: Umstrittene Kandidatin Bratušek tritt zurück

9. Oktober 2014, 15:35
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Slowenien soll neuen Vorschlag einreichen

Brüssel - Die umstrittene und vom zuständigen EU-Parlamentsausschuss nach ihrem Hearing abgelehnte slowenische Kommissionskandidatin Alenka Bratušek ist zurückgetreten. Der designierte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte am Donnerstagnachmittag, mit dieser Entscheidung "hilft sie mir, die endgültige Zusammensetzung der Kommission" sicherzustellen.

Das werde gemeinsam mit dem EU-Parlament und dem Rat erfolgen. Er sei dabei "in engem Kontakt mit dem slowenischen Ministerpräsidenten Miro Cerar" sowie den Spitzen des Europaparlaments. "Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von Bratušek, als designierte Vizepräsidenten der nächsten EU-Kommission zurückzutreten. Sie hat mir das gerade mitgeteilt", sagte Juncker. "Ihre Entscheidung spiegelt ihre Verantwortung für die EU, für Slowenien und den demokratischen Prozess wider."

Kritik an Bratušek

Bratušek sollte laut Nominierung als Vizepräsidentin in der EU-Kommission für die Energieunion zuständig sein. Die zuständigen Ausschüsse für Industrie und Umwelt des Europaparlaments stimmten am Mittwochabend in Brüssel mit großer Mehrheit gegen sie. Als abgewählte Ministerpräsidentin Sloweniens soll sie sich de facto selbst für das Amt vorgeschlagen haben. Abgeordnete warfen ihr fraktionsübergreifend ein sehr schwaches Ausschusshearing vor. (APA, 9.10.2014)

  • Alenka Bratušek  war slowenische Ministerpräsidentin, Vizepräsidentin in der EU-Kommission wird sie nicht.
    foto: ap photo/darko vojinovic

    Alenka Bratušek war slowenische Ministerpräsidentin, Vizepräsidentin in der EU-Kommission wird sie nicht.

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