Meinls Prager Gourmetpalast in Konkurs

9. Oktober 2014, 14:01
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Im Dezember 2013 wurde das Delikatessengeschäft eröffnet, das Kundeninteresse ließ zu wünschen übrig

Prag/Wien - Dass das erst im Dezember 2013 eröffnete Delikatessengeschäft und Restaurant Julius Meinl im Prager Stadtzentrum mangels Kundeninteresse geschlossen wird, war seit einigen Tagen bekannt. Jetzt hat das Prager Stadtgericht den Konkurs eröffnet. Die Gläubiger haben zwei Monate Zeit, ihre Forderungen anzumelden, berichtete das tschechische Nachrichtenportal idnes.cz am Donnerstag.

Das Geschäft hat seit seiner Öffnung im Dezember 2013 Schulden in Höhe von 136 Millionen Kronen (rund fünf Millionen Euro) angehäuft. Allein die Mietschulden für das dreistöckige Haus in der Nähe des Wenzelsplatzes liegen bei 30 Millionen Kronen. Im ersten Halbjahr 2014 hat das Geschäft einen Verlust in Höhe von 63,5 Millionen Kronen erwirtschaftet, hieß es.

Schließung noch offen

Wann genau es geschlossen wird, ist zunächst nicht bekannt. Laut Patrik Schober, dem Sprecher des Unternehmens Potraviny Mustek, das das Geschäft betreibt, wird es nun von dem Insolvenz-Verwalter abhängen.

"Unsere Strategie ist leider Gottes nicht so aufgegangen, wie wir das wollten", räumte Graben-Chef Herbert Vlasaty ein. Meinl genieße in Prag nicht so eine Bekanntheit wie in Wien, zudem sei die Innenstadtlage "wohl doch nicht so ideal" gewesen, meinte Vlasaty. In Wien laufe das Geschäft heuer trotz des wirtschaftlichen Umfeldes "überraschenderweise gut".

Der Meinl in der Nähe des Prager Wenzelsplatzes führt auf 2.200 Quadratmetern etwa das gleiche Sortiment wie das Julius-Meinl-Geschäft am Wiener Graben. Die Handelskette Julius Meinl hatte früher in Tschechien elf Jahre lang 88 Supermärkte betrieben. 2005 verließ sie aber den tschechischen Markt und verkaufte die Geschäfte an die niederländische Supermarktkette Ahold. (APA/red, derStandard.at, 9.10.2014)

  • Was am Wiener Graben funktioniert, kam in Prag weniger gut an.
    foto: meinl am graben

    Was am Wiener Graben funktioniert, kam in Prag weniger gut an.

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