Schweizer Ratingagentur: Austro-AAA unverdient  

9. Oktober 2014, 14:57
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Ausblick für VB-Verbund wird verbessert

Wien - Die Schweizer Ratingagentur Independent Credit View (I-CV) hält das Toprating "Triple-A" für Österreich der beiden großen US-Ratingagenturen Moody's und Fitch für nicht gerechtfertigt. Research-Leiter Rene Hermann begründet diese Meinung mit dem hohen Verschuldungsgrad von Österreich.

Neben Österreich seien auch Frankreich, Belgien oder Slowenien als Downgrading-Kandidaten einzustufen, so Hermann laut einer Presseaussendung.

Platz 14 von 51 Ländern

Im 51 Länder umfassenden Rating-Universum der Schweizer Agentur liegt Österreich an 14. Stelle. Am besten geratet ist Norwegen - vor Singapur und Schweden. Deutschland liegt an fünfter Stelle. Unmittelbar vor Österreich liegen Finnland, Chile und Tschechien; hinter Österreich Dänemark, Luxemburg und Neuseeland sowie die USA und Großbritannien. Am schlechtesten bewertet ist Griechenland.

Die US-Ratingagentur Fitch hat indes nach der in der Vorwoche angekündigten Aufspaltung des krisengeschüttelten ÖVAG in einen Abbau- und einen Fortführteil des langfristige Ausfallsrating des Volksbanken-Spitzeninstituts von "A" auf "BBB-" mit negativem Ausblick gesenkt. Im Gegenzug wurde der Ausblick für das "Viability Rating" (VR) des Volksbanken-Verbundes mit einem positiven Ausblick versehen.

Fitch begründet die Abstufung damit, dass mit der geplanten Aufspaltung der Bank die Wahrscheinlichkeit für weitere Staatshilfen deutlich gesunken ist. Die Verbesserung des Ausblicks für das "Viability-Rating" des VB-Verbundes wird damit begründet, dass sich durch die ÖVAG-Aufspaltung die regulatorischen Kapitalkennzahlen und Asset-Qualität verbessern dürfte. Das VR bewertet die Kreditwürdigkeit eines Emittenten ohne Hilfe von außen.

Laut den Fitch-Analysten besteht nunmehr aber auch die Möglichkeit, dass der österreichische Staat schlussendlich die Mehrheitseigentümerin der nach der Aufspaltung als Abbaubank übrigbleibenden ÖVAG werden wird.

"Eine Anteilsverschiebung an die Republik steht nicht zur Debatte und ist auch nicht notwendig", hieß es dazu am Donnerstag aus der ÖVAG. Demnach hält die VB-Holding derzeit 51,6 Prozent an der ÖVAG. Damit der Volksbanken-Verbund die geplante ÖVAG-Abbaubank nicht mehr konsolidieren müsse, sei es wichtig, dass der VB-Holding-Anteil unter 50 Prozent sinke. Daher würden Möglichkeiten für eine geringfügige Anteilsverschiebung weg von der VB Holding geprüft. Und solche Möglichkeiten werde man auch finden, hieß es. (APA, 9.10.2014)

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