Equal Pay Day: Frauen fordern Schließen der Lohnschere

9. Oktober 2014, 11:46
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Straßenaktion der SPÖ-Frauen: mit Krawatte gegen Ungerechtigkeit

Wien - Für ein Schließen der Lohnschere haben sich Frauen am Donnerstag anlässlich des Equal Pay Day eingesetzt. Da Frauen nach wie vor im Schnitt 22,7 Prozent weniger verdienen als Männer, arbeiten sie statistisch gesehen ab Freitag bis Ende des Jahres gratis. Die SPÖ-Frauen machten darauf mit einem Auftritt mit Krawatten aufmerksam und forderten, dass sich das ändern müsse.

Als Grundlage werden die durchschnittlichen Gehälter von Vollzeitbeschäftigten auf zwölf Monate hochgerechnet und verglichen. Im Vergleich zum Vorjahr findet der Equal Pay Day heuer um zwei Tage später statt. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) erklärte dazu bei der Straßenaktion der SPÖ-Frauen am Bahnhof Wien-Mitte, damit sei ein kleiner Schritt zum Schließen der Lohnschere erreicht. Damit will sie sich aber nicht zufriedengeben: "Der Kampf um gerechte Bezahlung muss an mehreren Fronten ausgetragen werden."

Einkommenstransparenz evaluieren

Als wichtigste Maßnahmen sieht die Frauenministerin Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung und Ganztagsschule, Motivation von Vätern, in Karenz zu gehen, sowie die Evaluierung der Einkommenstransparenz. In den vergangenen Jahren seien wichtige Instrumente zum Schließen der Einkommensschere geschaffen worden, diese müssten evaluiert und weiterentwickelt werden, meinte Heinisch-Hosek.

Auch die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) versprach: "Wir werden nicht aufhören, weiter Druck zu machen und den Gleichstellungsprozess voranzutreiben." Die Wiener Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SPÖ) machte als einen Grund für die ungleichen Karrierechancen und Einkommen aus, dass Frauen immer noch überproportional für Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege sorgen müssten.

Flächendeckende Ganztagsbetreuung für Kinder gefordert

Die ÖGB-Frauen machten darauf aufmerksam, dass die Frauen im Jahr 2004 genau 100 Tage gratis gearbeitet hätten und der Equal Pay Day am 23. September lag. Heuer seien es "nur" noch 83 Tage, im Zehnjahresvergleich eine Verbesserung um 17 Tage. Für die geschäftsführende ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Anderl schließt sich die Schere damit zu langsam. Sie fordert daher konkrete Maßnahmen wie den Ausbau ganztägiger und flächendeckender Kinderbetreuungseinrichtungen sowie eine gesetzliche Verpflichtung zur Anrechnung aller Elternkarenzzeiten.

Unter dem Motto "Gewinn mit uns" zeigen die ÖGB-Frauen heuer mit einem Kreuzworträtsel auf, dass die jährliche Verbesserung der Lohnsituation der Frauen nicht dem Zufall zuzuschreiben sei. Verpflichtende betriebliche Verhandlungen für mehr Einkommensgerechtigkeit, bis der Equal Pay Day am 31. Dezember stattfinde, forderte Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier. (APA, 9.10.2014)


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