Nestroy-Preise: Brandauer wird für Lebenswerk ausgezeichnet

9. Oktober 2014, 11:37
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David Greig erhält für "Die Ereignisse" den Autorenpreis - Gala am 10. November in der Wiener Stadthalle

Wien - Klaus Maria Brandauer erhält heuer den Nestroy-Preis für das Lebenswerk. Der schottische Dramatiker David Greig bekommt für "Die Ereignisse" den Autorenpreis. Der Bühnenbild-Nestroy geht an Hans Kudlich für "Woyzeck", der Spezialpreis an Peter Gruber für die langjährige Nestroypflege bei den Nestroyspielen Schwechat. Die übrigen Preisträger werden erst bei der Gala am 10. November bekannt gegeben.

"Staatskünstler" moderieren

Die 15. Verleihung des Nestroy-Preises findet erneut in der Halle F der Wiener Stadthalle statt. Für das Konzept der Gala, die von ORF III ab 20.15 Uhr live zeitversetzt übertragen wird, zeichnet das Theater der Jugend unter der künstlerischen Leitung von Thomas Birkmeir verantwortlich. Moderation und künstlerisches Rahmenprogramm übernehmen die "Staatskünstler" (Florian Scheuba, Robert Palfrader und Thomas Maurer), die als Gastgeber in ihre "Staatsvilla" einladen. Künftig soll jedes Jahr ein anderes Theater aus dem Wiener Bühnenverein das künstlerische Programm gestalten, gab amDonnerstag der Präsident des Wiener Bühnenvereins, Thomas Drozda, in einer Aussendung bekannt.

Unter den insgesamt 36 von der Jury Nominierten wurde mehr als 20 Theaterleute erstmals für den Nestroy-Preis nominiert. "Die neuen Tendenzen bringen einige Überraschungen in die Theater: So beherrschen die Erfolgslisten weniger eigenwillige Inszenierungen bekannter Dramen, vielmehr dominieren Bearbeitungen von Romanen und Filmen die erfolgreichen Spielpläne", so Juryvorsitzende Karin Kathrein. Rund ein Dutzend der Nominierungen basiere auf der Prosa von Thomas Bernhard oder Ödön von Horvath bzw. auf Bearbeitungen von Romanen oder Filmen.

Nominierungen

Als beste Schauspielerin sind Hanna Binder, Maria Happel, Nicole Heesters, Sona MacDonald und Birgit Stöger nominiert, als beste Schauspieler sind Haymon Maria Buttinger, August Diehl, Johannes Silberschneider, Daniel Sträßer und Thiemo Strutzenberger in der engeren Wahl. Über Nominierungen für den Regie-Nestroy können sich Antonio Latella ("Die Wohlgesinnten" am Schauspielhaus Wien), Krystian Lupa ("Holzfällen" am Schauspielhaus Graz) und Michael Schottenberg ("Woyzeck" am Volkstheater Wien) freuen.

Für den ORF III-Publikumspreis, unterstützt von Casinos Austria und den Österreichischen Lotterien, stehen zwölf Schauspieler zur Wahl: Maria Bill, Sandra Cervik, Michael Dangl, Maria Happel, Mavie Hörbiger, Erni Mangold, Michael Maertens, Nicholas Ofczarek, Peter Simonischek, Erwin Steinhauer, Julia Stemberger und Martin Wuttke. Das Online-Publikums-Voting startet am 13. Oktober. (APA, 9.10.2014)

Bereits fixiert:

- LEBENSWERK: Klaus Maria Brandauer

- BESTES STÜCK - AUTORENPREIS: David Greig für "Die Ereignisse", Schauspielhaus Wien

- BESTE AUSSTATTUNG: Hans Kudlich für "Woyzeck" nach Georg Büchner, Volkstheater

- SPEZIALPREIS: Peter Gruber für vier Jahrzehnte Nestroyspiele Schwechat

Nominierungen:

BESTE SCHAUSPIELERIN

- Hanna Binder als Marie in "Woyzeck" nach Georg Büchner, Volkstheater

- Maria Happel als Mutter Courage in "Mutter Courage und ihre Kinder" von Bertolt Brecht, Burgtheater

- Nicole Heesters als Vera in "Vor dem Ruhestand" von Thomas Bernhard, Theater in der Josefstadt

- Sona MacDonald als Marlene Dietrich in "Spatz und Engel" von Daniel Große Boymann und Thomas Kahry, Burgtheater und als Inger in "Wie im Himmel", der Bühnenversion des Films von Kay Pollak, Theater in der Josefstadt

- Birgit Stöger als Asra in "Niemandsland" von Yael Ronen & Company, Schauspielhaus Graz

BESTER SCHAUSPIELER

- Haymon Maria Buttinger als Woyzeck in "Woyzeck" nach Georg Büchner, Volkstheater

- August Diehl als Hamlet in "Hamlet" von William Shakespeare, Burgtheater

- Johannes Silberschneider als Erzähler in "Holzfällen" nach dem Roman von Thomas Bernhard, in einer Bühnenfassung von Krystian Lupa, Schauspielhaus Graz

- Daniel Sträßer als Konstantin in "Die Möwe" von Anton Tschechow, Akademietheater

- Thiemo Strutzenberger als Maximilian Aue in "Die Wohlgesinnten" nach Jonathan Littell, Schauspielhaus Wien

BESTE NEBENROLLE

- Claudia Kottal als Ines in "Don Gil von den grünen Hosen" von Thomas Birkmeir nach einer Komödie von Tirso de Molina, Theater der Jugend

- Christoph Krutzler für die Verkörperung seiner Rollen in "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus, Salzburger Festspiele in Kooperation mit dem Burgtheater

- Eva Maria Marold als Hilde in "Hafen Wien", ein Singspiel von den Toten von Ernst Molden, Rabenhof Theater

- Peter Matic für die Verkörperung seiner Rollen in "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus, Salzburger Festspiele in Kooperation mit dem Burgtheater

- Albrecht Abraham Schuch als Sekretär in "Maria Magdalena" von Friedrich Hebbel, Burgtheater

BESTE REGIE

- Antonio Latella mit "Die Wohlgesinnten" nach Jonathan Littell, Schauspielhaus Wien

- Krystian Lupa mit "Holzfällen" nach dem Roman von Thomas Bernhard, in einer Bühnenfassung von Krystian Lupa, Schauspielhaus Graz

- Michael Schottenberg mit "Woyzeck" nach Georg Büchner, Volkstheater

BESTER NACHWUCHS

- Irena Flury als Juana in "Don Gil von den grünen Hosen" von Thomas Birkmeir nach einer Komödie von Tirso de Molina, Theater der Jugend

- Swintha Gersthofer als Edrita in "Weh dem, der lügt!" von Franz Grillparzer, Landestheater Niederösterreich

- Stefan Gorski als Gavrilo Princip in "1914 - Zwei Wege in den Untergang" von Nicolaus Hagg, Festspiele Reichenau

- Gideon Maoz für ein Solo mit drei Figuren in "Wie Mücken im Licht" von Anne Habermehl und als Naseer in "Allerwelt" von Philipp Weiss, Schauspielhaus Wien

- Raphaela Möst als Agnes in "Die Geschichte vom Fräulein Pollinger" nach Ödön von Horvath, Theater in der Josefstadt/Probebühne

BESTE OFF-PRODUKTION

- "Der diskrete Charme der smarten Menschen" von Ed. Hauswirth und Ensemble nach dem Film "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" von Luis Bunuel, inszeniert von Ed. Hauswirth, TAG

- "Hafen Wien", ein Singspiel von den Toten von Ernst Molden, inszeniert von Thomas Gratzer, Rabenhof Theater

- "Wiener.Wald.Fiction" nach Ödön von Horvath und Quentin Tarantino von Ernst Kurt Weigel und Grischka Voss, das.bernhard.ensemble, DAS OFF THEATER

BESTE DEUTSCHSPRACHIGE AUFFÜHRUNG

- "Common Ground" von Yael Ronen & Ensemble, inszeniert von Yael Ronen, Maxim Gorki Theater Berlin

- "Faust" von Johann Wolfgang Goethe, inszeniert von Martin Kusej, Residenztheater München

- "Tauberbach" von Alain Platel, inszeniert von Alain Platel, eine Produktion der Münchner Kammerspiele und Les Ballets C de la B in Zusammenarbeit mit dem NT Gent

BESTE BUNDESLÄNDER-AUFFÜHRUNG

- "Höllenangst" von Johann Nestroy, inszeniert von Susanne Lietzow, Theater Phönix Linz

- "Meine Mutter, Kleopatra" von Attila Bartis, basierend auf seinem Roman "Die Ruhe", inszeniert von Robert Alföldi, Landestheater Niederösterreich

- "Weh dem, der lügt!" von Franz Grillparzer, inszeniert von Alexander Charim, Landestheater Niederösterreich

  • Erhält heuer den Nestroy-Preis für das Lebenswerk: Klaus Maria Brandauer.
    foto: apa/expa/sandro zangrando

    Erhält heuer den Nestroy-Preis für das Lebenswerk: Klaus Maria Brandauer.

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